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Xanten
Volksbank bestätigt Kooperations-Idee

Xanten: Volksbank bestätigt Kooperations-Idee
FOTO: Malz, Ekkehart (ema)
Xanten. Informiert wurde bei der Vertreterversammlung. Über weitere Schritte entschieden jetzt die Delegierten, so die Bank. Von Klaus Nikolei, Matthias Grass und Barbara Grofe

Helga Hortmann schaut vom Rednerpult ins Publikum der Niederrheinhalle. Ob es noch Fragen gebe, hat die Aufsichtsratsvorsitzende gerade gesagt. Keiner der Volksbank-Vertreter meldet sich. Hortmann: "Ich sehe, Sie sind umfassend informiert." Die Fragen, die nicht kommen, hätten sich beispielsweise auf die Information beziehen können, die Bank-Vorstand Gerd Hüsken Minuten zuvor bestätigt hat: dass die Volksbank Rhein-Lippe die "Möglichkeiten einer Kooperation mit dem Ziel einer Fusion mit der Volksbank Kleverland auslotet" (RP berichtete). Hüsken spricht in seiner Rede zur Lage der Bank von Herausforderungen, die zu stemmen sind, vom Wandel, den man mitgestalten möchte, damit er einen nicht selbst gestaltet, vom Bürokratisierungswahn, dem Banken verstärkt unterliegen, davon, dass mehr Geschäfte erfolgreich getätigt werden müssen, um unterm Strich ein gleiches Ergebnis zu erzielen.

Ende der Woche war bekanntgeworden, dass die Banken mit Sitz in Kleve und Wesel über eine intensive Zusammenarbeit nachdenken, es bereits eine Mitarbeiterversammlung zu dem Thema gegeben hat. Nun, so verlautete es aus Kleve, sollten ursprünglich weitere Details öffentlich bekanntgegeben werden. In Kleve geschah dies tatsächlich im Rahmen der Bilanzpressekonferenz (siehe Zweittext), in Wesel geschah nichts. Auf Nachfrage im hiesigen Vorstandssekretariat hieß es, das Ganze finde in Kleve statt - auf Nachfrage in Kleve hieß es irritierenderweise, beide Banken hätten vereinbart, in dieser Woche im Rahmen ihrer Bilanz-Vorstellung zu informieren.

Apropos Irritationen: In der Niederrheinhalle versucht Gerd Hüsken, eben diese bei den 231 stimmberechtigten Vertretern zu verhindern. "Wenn es zu einer Kooperation kommt, werden wir Sie informieren", versichert er und dass letztlich die Vertreterversammlungen über eine Verschmelzung entscheiden. Die Frage, warum diese entscheidenden Vertreter nicht vorab über das Gedankenspiel beider Banken informiert wurden, stellt keiner der Anwesenden - und Hüsken beantwortet sie dementsprechend nicht.

Joey Kelly reihte eine Extremerfahrung an die nächste. FOTO: Malz

Verkündet wird ein Bilanzgewinn von rund 1,5 Millionen Euro, der damit nur ganz leicht unter dem Vorjahr liegt. Die Vertreter votieren für eine vierprozentige Dividende für Genossen, einen einprozentigen Bonus, stimmen der Verwendung des Jahresüberschusses zu. Sie entlasten Vorstand und Aufsichtsrat, machen Theo Büning und Waltraud Wüster erneut zu Aufsichtsratsmitgliedern und Ulrike Grootens zum neuen Mitglied. Grootens kommt für Helga Hortmann, die ebenso altersbedingt ausscheidet wie Hans-Dieter Förster. Für Förster gibt es keinen direkten Nachrücker, "das wird ausgesetzt wegen der möglichen Strukturveränderung", heißt es. Die Entscheidung fällt erneut einstimmig aus: Der Aufsichtsrat wird von elf auf zehn Mitglieder verkleinert.

Die Herausforderungen würden intensiv, hatte Hüsken zu Beginn der Sitzung erklärt und über das Bankwesen gesprochen. Über Herausforderungen anderer Art spricht Gastredner, Extremsportler und Dauer-Fernsehgast Joey Kelly. Ultra-Marathon, Iron Man, Expedition zum Südpol - Kelly, der einst bei der "Kelly Family" sang, legt dezidiert dar, wann er an seine körperlichen und mentalen Grenzen gegangen ist und geht - aber er legt nur ansatzweise dar, warum und wie er das macht. Dem Besucher in der Niederrheinhalle schwirrt am Ende der Kopf vor Sand- und Eiswüsten, utopisch hohen Laufdistanzen, vor der Frage, warum ein Mensch sich das antut. Beantwortet wird sie von Kelly nicht.

Quelle: RP
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