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Zum Sonntag
Von der Freude am Spiel und dem Mitspielen im Team Gottes

Xanten. Wann haben Sie das letzte Mal gespielt? Nein, nicht Lotto oder mit dem Handy, sondern so richtig klassisch und analog: ein Karten- oder Brettspiel? Und, woran erinnern Sie sich?

Ich war vor einer Woche auf der Spielemesse in Essen und habe in den Tagen sehr viel gespielt. Da waren Knobel- und Strategiespiele, aber auch Würfel- und Teamspiele. Ich mag es zu spielen. Spielen macht Spaß. Beim Spielen schlüpft man in andere Rollen, probiert aus, kann sich begeistern und Frust erfahren. Eigentlich wie im richtigen Leben - nur, dass es hier normalerweise nicht existenziell wird. Beim Spielen kann ich ausprobieren und entdecken.

Dazu fällt mir ein Lied aus den 1970er Jahren von Peter Janssens ein: "Spielt nicht mehr die Rolle, die man euch verpasst". Vielleicht ist das ein Teil am Spiel, der mich so fasziniert: anderes entdecken und ausprobieren, um sich davon etwas als Haltung für den Alltag zu bewahren. Heißt es in dem Lied doch schließlich "Leben, Frieden und Hoffnung wird es geben vor dem Tod", also im Hier und Jetzt.

Ich glaube, das Spiel dient nicht eben nur dazu, dem Alltag zu entfliehen, sondern auch dazu, das Leben zu meistern. Es geht um Regeln und manche Trickserei, um Lust am Gestalten und Zusammenspiel, um Gewinnen- und Verlierenlernen. Alles Aspekte, die für mein Leben wichtig sind und die mir zeigen, dass es, egal, wie die Etappe ausgeht, weitergeht. Denn Leben wird es geben.

Genau das wird uns auch von Gott zugesagt, immer wieder: ob in der Noah-Erzählung mit dem Zeichen des Regenbogens oder dem Zuspruch Jesu, dass wir Menschen das Leben in Fülle haben sollen (Joh 10,10). Doch dies kommt nicht einfach und von allein. Wir müssen unseren Teil dazu beitragen, gewissermaßen mitspielen im Team Gottes. Wir sind eingeladen, die Lebensregeln zu beherzigen und miteinander ins Spiel zu kommen, so dass bei allem Engagement, aller Aufregung und manchem Frust die Freude am Gestalten und Entdecken bleibt und es vorangeht.

Mein Vorschlag: Spielen Sie in nächster Zeit zwei Spiele, nämlich einmal Ihr Lieblingsspiel und dann ein neues. Vielleicht kommen Sie dabei ja auf ganz neue Ideen. Das könnte für Sie und hoffentlich auch für Ihre Mitspieler eine erfüllte Zeit sein.

AUTOR WERNER KOSCHINSKI IST PASTORALREFERENT IN DER KATH. KIRCHENGEMEINDE ST. PETER RHEINBERG.

Quelle: RP
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