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Unsere Woche
Von Parteienlogik und unnötigen Eitelkeiten

Xanten. Warum wir schon wissen, wer für die SPD für den Bundestag kandidiert. Warum die Infoveranstaltung mit der Polizei nicht im Rathaus stattfindet. Und warum die Parkgebühren längst noch nicht beschlossene Sache sind.

Wir wissen, wer für die SPD für den Bundestag kandieren wird. Und damit wissen wir vermutlich mehr als der Kandidat selbst. René Schneider muss es machen. Auch wenn er nicht will. Das ist SPD-Logik. Im Nachbarkreis Kleve hat sich Norbert Killewald, wie Schneider Kreisvorsitzender, frühere Landtagsabgeordneter und nun Behindertenbeauftragter des Landes, mächtig aus dem Fenster gehängt. Er greift den CDU-Kreisvorsitzenden Günther Bergmann massiv an, weil der lieber weiter im Landtag arbeiten will, statt für den Bundestag anzutreten. Nun hat die SPD im Kreis Wesel aber die gleiche Situation wie die CDU im Kreis Kleve. Tritt Schneider also nicht für den Bundestag an, steht Killewald, neben dem beim Gespräch übrigens auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks saß und nicht korrigierend eingriff, ziemlich blamiert da. Spaß beiseite: Schneider macht es natürlich nicht. Politik ist eben stets sehr variabel interpretierbar - ganz nach Bedarf sozusagen.

Apropos René Schneider. Der holt tatsächlich wie versprochen den Polizeichef Utz Schmidt nach Xanten. Gesprächsbedarf gibt es ja genug. Nur: Die Veranstaltung findet keineswegs nur deshalb in der Mensa der Marienschule statt, weil sie barrierefrei ist. Der Ratssaal wird nach unseren Informationen nicht genommen, weil Utz Schmidt dorthin nicht kommen wollte, sondern einen neutralen Ort wünscht. Jetzt muss aber mal Schluss sein. Nach der überflüssigen Karnevalsposse zwischen Bürgermeister Thomas Görtz und Schmidt sollten beide nun einen Schlussstrich ziehen. Beide werden von den Bürgern bezahlt und sollten deshalb persönliche Eitelkeiten ganz hinten anstellen.

Während die Haushaltsdebatte in Xanten in den Endspurt geht, werden die Zweifel groß, wie sinnvoll das Zahlenwerk ist. So munkelt man auf den Rathausfluren, dass die vier Millionen Euro für den Neubau eiern großen Flüchtlingsunterkunft am Küvenkamp nicht reichen könnten. Auch der Zeitplan ist möglicherweise nicht zu halten.

Fraglich ist auch, ob die Einnahmen aus Parkgebühren so reichlich sprudeln werden, wie von der Verwaltung schon mal vermutet wird. Der Widerstand formiert sich und wer das Thema durchsetzt, wird sich nicht beliebt machen.

Ausgesprochen positiv und nachahmenswert heben wir den Auftakt zum Architekten-Wettbewerb in Alpen empfunden. Ein Veranstaltung auf diesem Niveau erlebt man nicht alle Tage. So ist der Wettbewerb schon nach dem Auftakt ein großartiger Erfolg, unabhängig davon, was am Ende rauskommt. Dank Planerin Anne Casprig und ihrem Mentor Walter Adams ist wirklich etwas in Bewegung geraten. Und das ist verdammt gut so. Der erste Tag lässt erwarten, dass es spannende Entwürfe geben wird, die die Jury vor die Qual der Wahl stellt. Alpen kann und wird auf alle Fälle gewinnen.

Trotz alledem - genießen Sie Ihr Wochenende!

dirk.moewius@rheinische-post.de

Quelle: RP
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