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Xanten
Von Xanten nach Santiago

Xanten. Der Landschaftsverband Rheinland erschließt derzeit die Wege der Jakobspilger im Rheinland. Einer dieser Wege führt von den Niederlanden aus über Xanten und Rheinberg nach Köln. Die Hinweisschilder stehen schon. Von Andreas Cüppers

Torsten Terhorst war in den vergangenen Wochen viel am Niederrhein unterwegs. Mit dem Auto, mit dem Fahrrad und zu Fuß. Im Schlepptau hatte der 37-Jährige rund 900 Aufkleber und knapp 50 Schilder aus Aluminium. Manch einer habe ihn schon komisch angeguckt, wenn er sonntagsmorgens um 5 Uhr in der Moerser Innenstadt unterwegs war, und die Aufkleber und Schilder anbrachte. „Wenn ich dann aber erklärt habe, was ich da mache, waren die Leute beruhigt“, erzählt er.

Absprache mit Nachbarländern

Terhorst ist seit vielen Jahren Mitglied des Vereins Niederrhein in Krefeld. In Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) hat der Verein Niederrhein die Beschilderung der „Wege der Jakobspilger im Rheinland“ übernommen. Nachdem der Europarat 1987 dazu aufgerufen hatte, die historischen Jakobswege in ganz Europa zu erforschen, zu pflegen und zu kennzeichnen hat der LVR in enger Abstimmung mit den Nachbarländern und der Deutschen St.-Jakobus-Gesellschaft in den vergangenen Jahren bereits vier Wege im Rheinland ausgeschildert und begehbar gemacht.

Weg Nummer fünf wird gerade in Angriff genommen. Über 200 Kilometer geht dieser von Nimwegen aus über Kleve, Xanten, Rheinberg, Moers, Krefeld und Neuss nach Köln. Dort gibt es Anschluss an die Pilgerwege über Belgien und Frankreich nach Nordspanien. „Die Wegrecherche ist gerade abgeschlossen“, erklärt Annette Heusch-Altenstein, Projektleiterin beim LVR. Die Beschilderung des Weges steht dank Torsten Terhorst auch schon bis Krefeld.

An Römerstraße orientiert

„Wir waren bei den Recherchen bemüht, an historische Wege anzuschließen“, sagt Heusch-Altenstein. In Xanten habe man sich beispielsweise an der alten Römerstraße orientiert. Gleichzeitig habe man aber auch die Bedürfnisse der Wanderer berücksichtigt und keine allzu schweren Streckenabschnitte ausgesucht. Im kommenden Jahr erscheint der Weg als Band Nummer vier in der Reihe „Wege der Jakobspilger im Rheinland“. Mit der Erschließung der Wege reagiere der LVR auch auf die steigende Zahl der Pilger, sagt Heusch-Altenstein. Das liege nicht zuletzt auch am Bestseller von Hape Kerkeling.

Vom Pilgerboom wollen auch die Gemeinden profitieren. „Die sind natürlich stolz darauf, am Jakobsweg zu liegen“, hat Heusch-Altenstein festgestellt. Auch Xantens Bürgermeister Christian Strunck freut sich über jeden Pilger in seiner Gemeinde. „Die Erschließung der Wege ist eine sehr lobenswerte Sache“, sagt er. Zumal Xanten eine besondere Beziehung zum Apostel Jakobus aufzuweisen hat. Im Mittelalter entging ein Pilger aus Xanten auf dem spanischen Jakobsweg mit Hilfe des Apostels dem Galgen. Die Geschichte ist noch heute auf einer Inschrift in der Kathedrale von Santo Domingo de la Calzada nachzulesen.

Quelle: RP
 
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