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Xanten
Von Zug erfasst: 80-Jähriger stirbt im Auto

Tödlicher Unfall in Xanten: Nord-West-Bahn rammt Auto
Xanten. Gestern Vormittag hat ein Zug der Linie RB 31 den Wagen am unbeschrankten Bahnübergang in Birten gerammt. Akustische Warnsignale blieben unbeachtet. Die 21 Passagiere nach Xanten und der Zugführer blieben unverletzt. Von Dirk Möwius

Tödlicher Unfall am unbeschrankten Bahnübergang in Birten: Gestern Vormittag hat ein Zug der Linie RB 31, aus Alpen kommend, ein Auto erfasst und mehrere hundert Meter mitgeschleift. Der 80-jährige Autofahrer überlebte den Unfall nicht. Die 21 Passagiere im Zug RB 31 von Duisburg nach Xanten und der Zugführer blieben unverletzt.

Nur ein Teil des Dachs des grünen Jeeps zeugte am unbeschrankten Bahnübergang an der Römerstraße in Birten gestern Mittag noch von dem Drama, das sich dort wenige Minuten vor 12 Uhr abgespielt hatte. Erst gut 200 Meter weiter war der Zug der Nordwestbahn zum Stehen gekommen. Mitgeschleift hatte er das Auto, das kaum noch als solches zu erkennen war.

Zug rammt Auto in Xanten FOTO: Christoph Reichwein

Ein Taxifahrer, der hinter dem Unfallwagen fuhr, war als erster Helfer am Auto und dachte im ersten Moment, der Wagen sei leer. Doch unten im Fahrzeug befand sich der 80-jährige Fahrer aus Xanten. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Zuvor war der Wagen, der auffallend langsam unterwegs war, aus Richtung Veen kommend, trotz des akustischen Warnsignals des nahenden Zuges auf die Gleise gefahren und frontal erfasst worden. "Wir dachten noch, der biegt jetzt wohl nicht ab" - so erlebte der Taxifahrer mit einer Kollegin als Zeuge den Moment des Unglücks. Anlieger berichteten, dass der Fahrer regelmäßig dort unterwegs war und die Gegebenheiten in Birten gut kannte.

Die 21 Passagiere mussten im Zug am Unfallort warten, bis ein Bus kam, um sie nach Xanten zu bringen. Sie überstanden den Unfall alle unverletzt. Auch der Zugführer, ein 46-jähriger Mann aus Xanten, war nach dem Unfall nach Einschätzung der Polizei unversehrt. Notfallseelsorger sowie Opferbetreuer der Kreispolizeibehörde kümmerten sich um die Beteiligten und ihre Angehörigen. Beide Bahnübergänge in Birten waren zunächst gesperrt, die Bahn konnte Xanten und Alpen bis 16 Uhr nicht anfahren. Ab Millingen wurden Busse eingesetzt.

Immer wieder ereignen sich in der Region Unfälle an unbeschrankten Bahnübergängen. An gleicher Stelle in Birten war im Oktober 2012 die Zugmaschine eines Planwagens von einem Zug erfasst worden. Im Rheinberger Ortsteil Vierbaum hatte es dann drei Wochen später einen tödlichen Verkehrsunfall gegeben. Ein 61-jähriger Rheinberger starb. Im Mai 2012 hatte ein Autofahrer in Menzelen ("Jägerruh") Glück, dass er bei einem Zusammenstoß nicht ums Leben kam. Und 2007 starb ein 77-Jähriger, als sein Wagen an der Keltenstraße zwischen Millingen und Alpen vom Zug erfasst wurde.

Der Umbau zu einem beschrankten Übergang in Birten ist schon länger Thema zwischen Stadt und Politik mit der Bahn. Der SPD-Landtagsabgeordnete René Schneider sowie Bürgermeister Thomas Görtz haben zuletzt noch im November gemeinsam eine technische Sicherung des Bahnübergangs gefordert. Die DB Netz AG hat hingegen darauf verwiesen, dass der Bahnübergang den Richtlinien entspreche. Sie schlug jedoch vor, das Thema bei der nächsten Bahnübergangsschau im Frühjahr 2018 zu erörtern. Auf Antrag der SPD wurden in den aktuellen Haushalt Mittel bereit gestellt, um die Planung voranzutreiben. Schranken fordert auch die Bürgerbewegung Xanten (BBX).

Quelle: RP
 
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