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Was der Teufel einst in Sonsbeck trieb

Xanten. Um die fast 700 Jahre alte Gemeinde ranken sich viele Geschichten. Altbürgermeister Leo Giesbers erzählt gern davon, wie eine irische Königstochter und eine verfressene Ziege den Ort prägten. Von Rita Hansen

SONSBECK Die grüne Perle vom Niederrhein wird Sonsbeck oft genannt. Die Bezeichnung geht auf die Lage und die sehr frühe ökologische Denk- und Arbeitsweise zurück, erklärt Leo Giesbers, der frühere Gemeindevertreter. Am Dienstag, 9. August, wird der Altbürgermeister beim Sonsbecker Ferienspaß Kindern "sein" Sonsbeck zeigen. Dabei wird er neben Fakten auch Sagenhaftes von Ziegen, Königstöchtern und dem Teufel erzählen. Fast 700 Jahre ist die Gemeinde mit ihren rund 8500 Einwohnern alt. Am 13. Dezember 1320 wurden ihr erstmals die Stadtrechte verliehen. Damals gehörte Sonsbeck zum Herzogtum Cleve.

Doch nicht hierher gehört die Geschichte um die irische Königstochter. Dazu geht es in Richtung des sogenannten Römerturms, der an einen römischen Wachturm erinnert, der zur Römerzeit an der Verbindungsstraße zwischen Rhein und Maas gestanden hat. Von dort sind es nur wenige Schritte bis zur Gerebernuskapelle. Hier werden die Kinder von mehreren Sagen erfahren: Die von der Königstochter Dymphna, die mit Gerebernus vor ihrem Vater aus Irland floh. Oder die von den Spitzbuben, die die Gebeine des Heiligen Gerebernus im belgischen Geel stahlen, um sie auf einem Ochsenkarren nach Xanten zu bringen. Als die Ochsen der Legende nach auf Höhe der heutigen Gerebernuskapelle ankamen, konnte sie nichts dazu bewegen, weiterzulaufen. So blieben die Reliquien in Sonsbeck.

"Auch um den Kriechaltar ranken Geschichten", erzählt Giesbers. Bis heute ist der Blaustein-Unterbau des ursprünglichen Altares erhalten. Er ist einer von zwei Kriechaltären, die es in Deutschland gibt. "Die tiefen Riefen im Boden sollen von den Holzpantinen der Pilger herrühren, die auf der Suche nach Heilung durch die Höhlung im Altar krochen", berichtet Giesbers. Aber er kenne auch andere Erklärungen für die Rillen, fügt er schmunzelnd hinzu.

Dem ursprünglichen Bauwerk nachempfunden sind die in den 1980er Jahren entstandenen Nachbauten der Stadtmauer an der 1840 erbauten und später restaurierten Gommanschen Mühle (s. Foto). Hier gibt es Fakten zur Pest, für die die Peststatue sowie die Markierung des Pesthäuschens stehen - und die Geschichte um die Ziege und den "Sonsbeckse Wortele" (Möhren): So soll den Sonsbeckern einst ein Splint gefehlt haben, um das Stadttor zu verriegeln. Stattdessen nahm man eine Möhre. Als eine Ziege diese auffraß, konnte der Feind die Stadt über Nacht einnehmen. "Mit dieser Geschichten mussten sich die Sonsbecker immer aufziehen lassen", erinnert sich Giesbers.

Sonsbeck liegt zwischen dem Höhenzug beziehungsweise der Stauchmoräne im Norden und den Niers-Niederungen im Süden, eingerahmt vom Wandergebiet Tüschenwald und dem Winkelschen Busch mit seinem weit über die Ortsgrenzen bekannten Esskastanienbestand.

Was hat nun der Teufel mit der niederrheinischen Gemeinde zu tun? "Der Sage nach klopfte sich der Teufel auf dem Weg nach Aachen seine lehmigen Schuhe dort ab. So entstand die Sonsbecker Schweiz." Deren markantestes Zeichen, der in den geologischen Wanderweg eingegliederte Aussichtsturm mit seinen 154 Stufen, ist derzeit gesperrt. Wer die Gelegenheit hat, sollte sich von einem Sonsbecker durch die Gemeinde führen lassen, der mit viel Herzblut dafür sorgt, dass der Besucher seinen Ort schätzen lernt.

Quelle: RP
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