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Xanten
Was tun gegen die unerträgliche Armut

Xanten: Was tun gegen die unerträgliche Armut
Sie tun was: Rolf Plake (l.) aus dem Vorstand, Christoph Bednarek (re.) führt das Geschäft. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Irgendwann hatte Belma Dag genug von Putzstellen. Zu wenig Ansprache, zu wenig Kontakt mit anderen Menschen, zu oft auf sich alleine gestellt, sagte sich die heute 36-Jährige. Von Peter Kummer

Nun gehört sie zum großen Mitarbeiterstamm der gestern neu eröffneten Xantener Filiale von "Tuwas". In inzwischen vier Städten - neben dem Stammsitz Moers sind das Rheinberg, Neukirchen-Vluyn und eben neuerdings auch Xanten - hat die Genossenschaft ihre Standorte. Das Angebot reicht vom sozialen Kaufhaus und Arbeitsintegration über Fahrradwerkstatt und Möbelverkauf bis zu Umzugshilfe, Wohnungsauflösungen und Nähschule. In der Domstadt liegen die Schwerpunkte auf der Flüchtlingshilfe, auf Antiquitäten und Vintage-Waren, auf der Beratung zur beruflichen Entwicklung und zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen sowie auf Produkten von syrischen Schneidern wie Taschen und Kleidung.

Die gemeinnützige Genossenschaft wurde im Dezember 2012 gegründet. Sie wolle etwas unternehmen gegen eine unerträgliche Armut in einem reichen Land, gegen unnötige Langzeitarbeitslosigkeit, unsinniges Wegwerfen von Gütern bei Neuanschaffung und ein unsolidarisches Alleinelassen bei Problemen, beschreibt sie ihre Ziele. "Wir leisten soziale Aktivitäten und bieten Hilfen für Menschen mit geringem Einkommen und als Partner der öffentlichen Hand für arbeitslose Menschen Qualifizierung und Beschäftigung", erläuterte der Aufsichtsratsvorsitzende Horst Manja zur Eröffnung an der Klever Straße. Man biete zum einen gute Ware an. Nicht nur Second Hand, sondern auch Neuware, die preisgünstig verkauft werde. Zum anderen wolle man Menschen wieder in ein Arbeitsverhältnis bringen. Daher arbeitet "Tuwas" mit dem Jobcenter in Kamp-Lintfort eng zusammen. Im Xantener Geschäft haben drei Männer und Frauen eine berufliche Perspektive bekommen.

Die Genossenschaft besteht aus 30 Mitgliedern. Teilweise handelt es sich um Privatpersonen, teilweise um Kirchengemeinden beider Konfessionen. Jedes Mitglied hat eine Einlage von 500 Euro vorgenommen. "Das allein hätte aber für unsere Arbeit nicht ausgereicht", sagte Manja. Unterstützung erfährt die Genossenschaft auch durch Sach- und Geldspenden. Für Menschen mit geringem Einkommen sucht Tuwas immer gut erhaltene Möbel und Haushaltsgegenstände/-geräte. "Wir sichten alles und entscheiden dann, auch nach Rücksprache, was in den Markt zurückgeführt werden kann", erläutert Betriebsleiter Christoph Bednarek. In Xanten selbst kann nur ein kleiner Teil ausgestellt werden, das meiste steht in zwei großen Möbelhallen in Moers.

Bürgermeister Thomas Görtz lobte zur Eröffnung das Engagement der Genossenschaft. "Eine gute Sache für Xanten", befand er. "Ich freue mich auf die Partnerschaft."

Öffnungszeiten von "Tuwas" Xanten, Klever Straße 26: Dienstag, Mittwoch und Donnerstag von 14 - 18 Uhr, Freitag von 10 - 18 Uhr, Samstag von 10 - 14 Uhr. Telefon: 02801 / 372 3017. Homepage: www.tuwas-genossenschaft.de

Quelle: RP
 
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