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Unsere Woche
Weihnachten fällt nicht aus

Xanten. Da regen sich alljährlich einige reflexartig auf, dass Spekulatius und Schokonikoläuse zu früh im Supermarkt auftauchen. "Oh Tannenbaum" hieß es nun im Xantener Rat. Das wichtigste Gremium der Stadt musste sich tatsächlich mit der Fällung einer einzelnen Tanne auf Birtens Dorfplatz beschäftigen. Dabei war der gewählte Weg doch genau richtig: So ein rein Birtener Thema gehört in den Bezirksausschuss. Und da gab es ja auch eine sehr deutliche Mehrheit für das Aus für diesen Baum. Das frohe Fest wird deshalb nicht ausfallen - auch in Birten nicht. Dass die Bedenken einiger Bürger erst zum Rat bekannt wurden, hätte man aber auch nutzen können, das Thema noch mal an den Bezirksausschuss zurückzuverweisen.

Für den Beobachter bleibt dabei erstaunlich, dass ein Ratsherr das Mittel des Bürgerantrags nutzen muss, um sein Anliegen vorzutragen. Diesmal war es Dietmar Leyendecker von der CDU, aber auch Politiker anderer Fraktionen sind in der Vergangenheit häufig diesen Weg gegangen. Für uns falsch: Ein Ratsmitglied hat vielfache Möglichkeiten, mit oder ohne seine Fraktion, Anträge einzubringen oder Anfragen zu stellen. Es wäre schön, wenn sich der Xantener Rat, der ja so gern die Bürgerbeteiligung stärkt, darauf einigt, den Bürgerantrag den Bürgern zu überlassen. Und Birten und besonders der örtlichen CDU ist zu wünschen, dass man es schafft, solche Geschichten im Gespräch Auge in Auge zu lösen, ohne dafür, Bezirksausschuss, Fachausschuss und Rat auf Trab halten zu müssen.

Aber was sind das für Sorgen gegen den Rheinberger Haushalt mit seinem Riesenloch? Zumal die Verwaltung offenbar (noch) ohne Antwort auf die Frage ist, wie man es denn stopfen kann. Die Politik erwartet zu Recht Hilfe von den Profis im Stadthaus. Am Ende wird man aber auch nur gemeinsam einen Weg finden, der aus der Misere führt. Und ohne schmerzhaften Verzicht wird es kaum gehen.

Droht auch Xanten dieser Weg? Petra Strenk (CDU) ist mit Blick auf das mögliche Jahresergebnis alarmiert, Bürgermeister Görtz wiegelt noch ab. Der neue Haushalt wird den Weg weisen.

Trotz alledem - genießen Sie Ihr Wochenende!

DIRK.MOEWIUS@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
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