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Xanten
Weniger Flüchtlinge

Xanten: Weniger Flüchtlinge
FOTO: Fischer, Armin (arfi)
Xanten. Die Stadt rechnet mit 150 Menschen weniger. Trotzdem sucht die Verwaltung weiter nach geeigneten Unterbringungsmöglichkeiten. Von Peter Kummer

Für dieses Jahr hat die Stadt ihre Flüchtlingsprognose etwas reduziert - von 1000 Menschen bis zum Jahresende auf nun 850. "Aber es kann auch ein ganz anderes Szenario eintreten", warnte Bürgermeister Thomas Görtz davor, dass diese Annahme keineswegs auf absolut verlässlichen Füßen steht. "Niemand kann etwas Genaues sagen. Es gibt keine verlässlichen Prognosen." Damit konterte er im Bezirksausschuss Mitte den Vorschlag von Richard Lipp (Die Linke), den Neubau Küvenkamp 2 in mehreren Etappen zu bauen und zunächst einmal nur mit Wohnraum für 100 Menschen zu beginnen. Antwort Görtz angesichts der bisherigen Belegung: "Wir brauchen die 300 Plätze."

Küvenkamp 2 wird in mehreren Gebäuderiegeln errichtet und sei, so Görtz, mit den vielen Sozial- und Begegnungsräumen eine vorbildlich konzipierte Unterkunft. Die Fertigstellung wird sich allerdings verzögern, der ursprünglich avisierte Termin Mitte des Jahres ist nicht zu halten. Der Auftrag wird am 17. März vergeben, die Bauzeit beträgt 20 Wochen. Diese Verzögerung wird allerdings keine Auswirkung auf die Unterbringung der Flüchtlinge haben. Denn das Land, so Görtz, habe für Kommunen, die nicht rechtzeitig ausreichend Plätze bereitstellen können, einen Puffer von 5000 Plätzen eingerichtet. "Wir haben hier schon Bedarf angemeldet", sagte der Bürgermeister. "Ich hoffe, das Land kommt dann auch seinem Versprechen nach."

Seine Ausführungen, dass man bei einer späteren Entspannung der Situation die Behelfsunterkünfte in den früheren Grundschulen in Vynen und Birten sowie in der ehemaligen Förderschule räumen werde, rief Peter Hilbig (FBI) auf den Plan. Er befürchtete, es werde dann durch die Konzentration allein auf die beiden Gebäude am Küvenkamp 1 und 2 zur Gettobildung kommen. Oberstes Ziel müsse dezentrale Unterbringung sein.

Dem stimmte Görtz zu und kündigte an, dass das alte Gebäude Küvenkamp 1 so schnell wie möglich aufgegeben und die dortigen rund 70 Plätze abgebaut werden sollen. "Wir wollen aber versuchen, die Kapazitäten an mehreren Stellen gleichzeitig runterzufahren. Irgendwann werden wir dann die Unterkünfte in Birten und Vynen nicht mehr benötigen."

Fertiggestellt ist inzwischen die Unterkunft an der Carl-Cuno-Straße, die durch eine Änderung der Straßenführung künftig die Bezeichnung Bahnhofstraße erhält. Hier kann die Stadt mit der Belegung beginnen. Für die frühere Grundschule Birten prüft die Verwaltung, ob dort für Flüchtlinge mobile Duschen bereitgestellt werden können. Die FBI hatte dies im Bezirksausschuss Birten beantragt.

"Ziel ist es, die Mitbenutzung der Sanitäranlagen an der Turnhalle zu reduzieren und das ehemalige Schulgebäude diesbezüglich autark zu stellen", sagte FBI-Fraktionschef Peter Hilbig. Die künftige Unterbringung der Flüchtlinge mache eine regelmäßige, auch über den Tag verteilte Nutzung der Anlagen in der Turnhalle erforderlich. Eine zeitliche Beschränkung sollte bei 60 Nutzern vermieden werden. Die mobile Anlage würde sich positiv für beide Seiten - Flüchtlinge und Hallennutzer - auswirken.

Quelle: RP
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