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Xanten
Wenn der Schreiner die Hausarbeit übernimmt

Xanten. Die KAB-Laienspieler erhielten bei der Premiere von "Alles, was das Herz begehrt" von den Zuschauern mehrfach Szenenapplaus. Von Peter Gottschlich

Am Ende wollten die Zuschauer ihren Applaus nicht mehr enden lassen. Sie konnten sich nicht lange genug bei den KAB-Laienspielern bedanken, die bei der Premiere am Freitagabend ganz in ihren Rollen aufgegangen waren. Dazu schien das Stück "Alles was das Herz begehrt" vielen aus der Seele gesprochen zu haben, wie mehrfacher Szenenapplaus gezeigt hatte. Es ist eine Familienkomödie, die mit zwei verlorenen Gebissen startet, von denen die Marlies Meier nach einem Zeitungsaufruf gleich vier erhielt, die zusammen mit Thomas Alkämper Regie führt. In einem Drei-Generationen-Haus sucht Oma Else (Claudia Röös) ihr Gebiss, das dann aus Versehen Opa Viktor Schmoller (Hubert Alkämper) im Mund hat. Dieser hat es in der Müslischüssel von Tochter Betty Schmoller fallen lassen (Melanie Giesen). Alle drei stehen in der Wohnküche, die von Mutter Maria Schmoller (Marlies Meier) "geleitet" wird.

Sie kocht und putzt, wäscht und bügelt, räumt auf und geht einkaufen, während die anderen keinen Finger rühren und ihre Leistung kleinreden. "Das bisschen Haushalt macht sich von allein", zitiert ihr Mann Heinz (Karl-Heinz Ladwig) immer wieder den gleichnamigen Schlager von Johanna von Koczian.

Dieser ist Schreinermeister und lässt lieber seine Schreinerei zugrunde gehen, als mit Kasimir Strunzel (Helmut Giesen) zu kooperieren. Als er einmal von seiner Frau eine Unterschrift für eine Bankbürgschaft braucht, wittert sie ihre Chance. Sie handelt einen Rollentausch aus. So übernimmt er für zwei Wochen "das bisschen Haushalt" und sie für zwei Wochen die Schreinerei. Dort steht sie ihren Mann mit einem neuen Führungsstil, der bei dem Schreinergesellen Hannes (Bernd Langer) genauso gut ankommt wie der Sekretärin Luise (Claudia Willemsen). Dagegen wächst ihm der Haushalt schon nach einem Tag über den Kopf. So entstehen skurrile Situation, über die die Zuschauer lachen, weil sie sie aus ihrem Alltag kennen. Bei der Premiere waren es 80, bei der zweiten und dritten Vorstellung am Samstag und Sonntag sogar 110 im ausverkauften Pfarrheim. Die Zuschauer sitzen bei dem Stück von Beate Irmisch direkt an der Bühne, auf der Requisiten aus Menzelen stehen, zum Beispiel eine Nachtkonsole aus dem Adlersaal. Das erzeugt eine kaum zu beschreibende Nähe zwischen Zuschauern und Schauspielern.

Ob es sie im nächsten Jahr noch geben wird, ist fraglich. Es stehen Überlegungen im Raum, das Pfarrheim an der Walpurgiskirche abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen. Denkbar ist es für die KAB-Laienspieler, in das evangelische Gemeindehaus auszuweichen, das aber kleiner ist.

Am kommenden Wochenende laden die KAB-Laienspieler zu drei weiteren Vorstellungen ins Pfarrheim neben der Walpurgiskirche ein: Am Freitag, 11. März, um 20 Uhr, am Samstag, 12. März, um 20 Uhr und am Sonntag, 13. März, um 17 Uhr. Die Vorstellung am Sonntag ist auserkauft. Für die anderen beiden gibt es noch Restkarten bei der Volksbank Niederrhein oder der Sparkasse am Niederrhein.

Quelle: RP
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