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Unsere Woche
Wenn Sole den Blutdruck hochtreibt

Xanten. Die Kritik am für den Kurpark Xantens geplanten Gradierwerk ist eher symbolisch. Am Ende geht es darum, die Bürger von dem Gesamtprojekt zu überzeugen.

Ein Bummel entlang der Gradierwerke ist so gesund wie ein Spaziergang am Meer, wirbt der Kurort Bad Salzuflen. Dort wurde 2007 nach eigener Einschätzung Europas modernstes Gradierwerk eröffnet. Es ist 80 Meter lang und bietet eine Reihe von Besonderheiten: Es wird nicht nur von außen, sondern auch von innen berieselt. Bis zu 600.000 Liter Sole rieseln täglich über die Schwarzdornwände, zerstäuben dabei zu Nebel und bilden ein meerähnliches Klima. Das soll die Durchblutung der Lunge und den Sauerstofftransport ins Blut auf ganz natürliche Weise stärken.

In Xanten sorgt das geplante Gradierwerk nun schon bei einigen für hohen Blutdruck, bevor der erste Tropfen Sole im neugestalteten Kurpark inhaliert wird. Wobei vermutlich die meisten von uns bis vor ein paar Wochen noch nie von einem Gradierwerk gehört hatten - außer, sie haben mitbekommen, dass auch im nahen Kevelaer die Idee seit Jahren eher strittig diskutiert wird. Eigentlich geht es auch nicht um die Sole-Anlage an sich - die Frage ist eher: Braucht Xanten das alles? Und langfristig noch wichtiger: Kann Xanten sich das alles leisten? Während Bürgermeister Thomas Görtz, der als früherer Kämmerer nun bestens mit den Haushaltsdetails vertraut sein sollte, bekräftigt, dass er keine Probleme sieht, kommen mittlerweile auch aus der CDU mahnende Töne. FBI und BBX erinnern schon lange an die Begrenztheit des Etats. Nun ist Xanten in der Vergangenheit bestens damit gefahren, sich weiterzuentwickeln und seine Attraktivität immer weiter zu steigern. Das Kurparkprojekt gehört dazu und wird auch noch immens vom Land gefördert. Das sind Chancen, die man nutzen muss. Man muss aber auch sicherstellen, dass man die Bürger mitnimmt und sie nicht vom Tempo der Entwicklung überrollt werden. Sonst kann es bittere Rückschläge geben - spätestens seit McDonalds weiß man, was engagierte Bürger bewegen können. Wichtig ist dabei auch ein ehrlicher Kassensturz, der offenlegt, was Xanten wirklich stemmen kann.

Trotz alledem - genießen Sie Ihr Wochenende!

DIRK.MOEWIUS@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
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