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Unsere Woche
Wer den Schwarzen Peter hat

Unsere Woche: Wer den Schwarzen Peter hat
FOTO: Fischer Armin
Xanten. Mit normalem Menschenverstand betrachtet würde man sagen: Wenn die Abwasserkanäle am Annaberg durch den Bergbau kaputt gegangen sind, muss der Bergbau auch die Kosten für die Reparatur tragen. Die Ruhrkohle AG zahlt zwar, allerdings erstattet sie nur den Zeitwert. Und sie zahlt nur für die Kanäle, nicht für die Straßen, obwohl die auch kaputt sind. In den meisten Fällen müssen die Straßen aufgerissen werden, um an die Rohre zu gelangen.

So bleibt der Schwarze Peter bei der Stadt, die - so ist die Rechtsprechung - die Anwohner an den Kosten beteiligt. Das wiederum bringt die Bürger auf die Palme. Es ist aber nicht nur diese schwer zu akzeptierende Auslegung des Verursacherprinzips, die sie aufregt. Es ist auch die Tatsache, wie die Stadt damit umgeht. Die Verwaltung hätte die Betroffenen in einer öffentlichen Veranstaltung informieren können, anstatt Schreiben mit in Aussicht gestellten Beitragssummen zu versenden. Darum bitten die Bürger immer wieder. Und die Erfahrung lehrt: So unangenehm solche Termine für die Überbringer schlechter Nachrichten auch sein mögen, am Ende zahlt sich der Aufwand aus. Den Informations-Part hat jetzt die Schutzgemeinschaft Bergbaubetroffener übernommen, die Vertreter der Stadt eingeladen hat. Die Resonanz war gut, das Interesse groß. Das könnte in der Bauausschusssitzung am Mittwoch ähnlich sein. Dann geht es wieder um das künftige Aussehen von Holz- und Fischmarkt. Wobei man sagen muss: Die Stadt - Fachbereichsleiter Robert Braun - hat bereits im Mai in einer öffentlichen Veranstaltung darauf hingewiesen, dass die Anwohner zur Kasse gebeten werden. Unklar ist jedoch, wie viel sie zahlen müssen.

Unterdessen geht es auf dem Markt voran. Natürlich (so ist das in Rheinberg) gibt es schon wieder Spekulationen. Manche Baustellenbeobachter fragen bereits, ob es um die alte Eiche auf dem Markt künftig doch wieder einen "Feldherrenhügel" geben wird. Obwohl doch geplant war, dass der Platz ebenerdig angelegt werden und an der Eiche eine kleine Terrasse gebaut werden soll. Es werde gebaut wie geplant, versichert Robert Braun von der Stadt. Allerdings müsse es ein Mindestgefälle von 2,5 Prozent geben, damit das Wasser ablaufen kann. Wir behalten das im Auge. In diesem Sinne: schönes Wochenende!

UWE.PLIEN@RHEINISCHE-POST.DE

Quelle: RP
 
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