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Sonsbeck
Winfried Cleve liest den "Sonsbeck-Krimi"

Sonsbeck: Winfried Cleve liest den "Sonsbeck-Krimi"
Winfried Cleve (rechts) las "seine" Passagen aus dem neuen Buch "Das schwarze Schaf", das Renate Wirth und Thomas Hesse in der Premieren-Lesung in der Sonsbecker Lion's Lounge vorstellten. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Mit schönen Einlagen stellte das Autorenduo Renate Wirth und Thomas Hesse bei der Premierenlesung ihres neunten Regionalromans "Das schwarze Schaf" in der Lion's Lounge der Grünen Perle vor. Von Rita Hansen

"Als wir das letzte Mal eine Lesung in Sonsbeck hatten, erhielten wir den Auftrag: Wenn ihr wiederkommt, muss der Ort aber auch richtig im Buch vorkommen", berichteten Renate Wirth und Thomas Hesse in ihrer vom Bücherbogen Sonsbeck initiierten Premierenlesung. Als "brave Autoren" folgten sie dem Wunsch der Sonsbecker Leser. Sie schrieben Moni's Laden samt Ehepaar Cleve in das Buch und verlegten einen Teil der Handlung an die Balberger Straße, die aus dem Ort nach Kervenheim führt. Zudem sorgten sie mit einem "Sonsbeck-Spezial" in der Lion's Lounge für eine einmalige Lesung. Nachdem sie mit den ausgewählten Textpassagen die Besucher im geschickten Spannungsbogen von Wesel über den Xantener Fürstenberg nach Sonsbeck geholt hatten, kniete sich Winfried Cleve an den Tisch der Autoren.

"Auf der Fahrt hierher haben wir überlegt, dass wir es dieses Mal etwas anders machen", erklärte Thomas Hesse. Als erfahrenem Theaterspieler überließen seine Kollegin und er es kurzerhand dem Sonsbecker persönlich, seine Textpassage aus dem Buch zu sprechen.

So schön hätten sie sich das nicht vorgestellt, literarisch eingebunden zu sein, sagten Winfried und Moni Cleve im Anschluss lachend. Die nächste Textstelle sorgte für ein ganz unvorhergesehenes "Sonsbeck-Special". Kaum lasen die Xantenerin und der Weselaner vom "Blaulicht-Höllenritt" mit Starenkasten-Foto ihres Lieblingskommissars Gero von Aha im Ford Ka seiner Freundin Marlene, als leises Lachen aus den Zuhörerreihen erklang. "Ich heiße Marlene", klärte eine Besucherin die Autoren in der Pause auf. Zwar fahre sie einen Golf, habe sich aber auch ein Knöllchen in einer 70er-Zone mit ähnlicher Geschwindigkeit eingefangen. Wenn auch ohne Blaulichteinsatz, wie sie schmunzelnd erzählte.

Nach der Pause gewährten Renate Wirth und Thomas Hesse einen interessanten Einblick in ihre Schreibwerkstatt. "Ortstreue ist uns wichtig. Da verzeiht der Niederrheiner nichts!" So könne man bei einer Radtour die Strecken durchaus nachfahren. Die inzwischen fehlenden Bäume, beispielsweise der Akazienstamm, der Kommissar Burmeester im Buch aufhält, seien den Wetterkapriolen des Sommers zum Opfer gefallen und daher nicht mehr vorhanden. Die beiden Schriftsteller berichteten lachend vom, "dezent ausgedrückt", Wettstreit ihrer Ideen, wenn es gelte, einen Roman voranzubringen. Titel- sowie Coverbild-Gestaltung und warum das Quartier der radikalen Terrorgruppe linksrheinisch, sprich in Sonsbeck, verankert wurde, waren weitere Themeneinblicke.

"Bei zwei Autoren so unterschiedlichen Temperaments und unterschiedlichen Charakters ist es wahrscheinlich, dass die Geschichte am Ende in eine andere Richtung geht, als man es ursprünglich geplant hat", antwortete das Autorenteam auf die Besucherfrage, ob ein Buchkonzept immer aufgehe. Meist seien sie über ihren Täter ebenso überrascht wie die Leser. "Um genau zu sein, war das in acht unserer neun Bücher der Fall", berichteten Wirth und Hesse, bevor sie nach einer "funkenschlagenden" Abschluss-passage die Bücher signierten.

Quelle: RP
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