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Sonsbeck
"Wir nehmen jeden, wie er ist"

Sonsbeck: "Wir nehmen jeden, wie er ist"
Das H.o.T. soll das Haus der Jugendlichen sein, die es besuchen. Deshalb dürfen sie mitbestimmen und entscheiden, was im Haus passiert, sagt Nadine Rayermann. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Ab August leitet Nadine Rayermann das H.o.T in Sonsbeck. Der RP hat sie erzählt, was sie sich für den Jugendtreff vorgenommen hat und wieso sie sich so sehr auf ihre neue Aufgabe freut. Von Rita Hansen

Noch hat es etwas von Urlaubsstimmung, wenn Nadine Rayermann an ihren Arbeitsplatz kommt. "Ich bin jetzt alleine verantwortlich. Das ist noch ungewohnt und ein neues Gefühl", sagt die 24-Jährige. In den Sommerferien hat sie Zeit, sich an ihre neue Funktion zu gewöhnen. Ab August ist sie die Nachfolgerin von Markus Hüfing und somit die neue Leiterin des H.o.T. (Haus der offenen Tür im Wichernhaus). "Markus hat einen Meilenstein hinterlegt. Es wird eine große Herausforderung, den von ihm beschrittenen Weg ansatzweise weiterzugehen. Er hat hier eine Jugendarbeit aufgebaut, die großartig ist", erklärt Nadine Rayermann.

Doch sie ist bereit, diese Herausforderung anzunehmen. Seit September 2014 arbeitet die Hamberin im H.o.T. - bisher als Praktikantin im Rahmen ihres Sozialpädagogikstudiums. Jetzt hat sie für ein Jahr die Leitung des Jugendtreffs übernommen. "Ich nutze dieses Jahr, um auch für mich zu sehen, ob das etwas für eine dauerhafte Aufgabe ist", erklärt sie. Bisher kann sie sich durchaus vorstellen, die Leitung für längere Zeit zu übernehmen. "Man wächst an einer solchen Aufgabe und entwickelt sich."

Vor der Arbeit im H.o.T. arbeitete sie als Integrationshelferin an einer Inklusions-/Integrationsgrundschule in Kamp-Lintfort. Am H.o.T. mag sie, wie offen der Treff ist. "Die Tätigkeiten sind nicht fest durchstrukturiert wie in der Schule. Die Kinder und Jugendlichen kommen in ihrer Freizeit hierher. Wir müssen hier nichts Bestimmtes machen." So ist Zeit für vieles - kreative Angebote zum Beispiel.

Vorrangig geht es Rayermann um die offene Kommunikation mit den jugendlichen Besuchern. "Den Zugang bekommt man, indem man beispielsweise in der Küche zusammensitzt, etwas spielt und dabei ins Gespräch kommt. Wir nehmen jeden, wie er ist. Hier ist jeder herzlich willkommen." Es ist ihr wichtig, dass die Jugendlichen das auch spüren. Hautfarbe, Religion, Behinderungen oder Sprache sind dabei völlig gleichgültig. Auch das möchte sie den jungen Leuten vermitteln und Ansprechpartnerin sein - in schlechten Zeiten wie in guten.

Rayermann freut sich auf die Zeit mit den Kindern und Jugendlichen. Diese sollen an den Aktionen im H.o.T. teilhaben und mitentscheiden, was im Jugendtreff passiert. "Es soll ja ihr Haus sein!" Zudem möchte sie gerade jetzt erfahren, welche Anforderungen die jungen Leute an sie haben. "Echt" möchte Nadine Rayermann im Umgang mit den H.o.T.-Besuchern sein. "Ich bin, wie ich bin und möchte nicht so rüberkommen, als würde ich eine Rolle spielen", sagt sie.

Quelle: RP
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