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Xanten
Wirtschaftswege kosten Millionen

Xanten: Wirtschaftswege kosten Millionen
Der Wirtschaftsweg am Bruchweg in Birten ist mit seinen vielen Schlaglöchern und Pfützen kaum befahrbar. FOTO: Christoph Reichwein
Xanten. Der schlechte Zustand der Wirtschaftswege stellt viele Städte und Gemeinden vor finanzielle Herausforderungen. Lange Zeit wurde es versäumt, in Erhalt und Sanierung zu investieren. Auch in Xanten. Von Peter Kummer

Marcel Rottmann von der Unternehmensgruppe Bockermann Fritze steht kurz vor dem Ziel seiner Arbeit, für die Lokalpolitik fängt sie erst an. Die Fraktionen müssen nicht nur die richtigen Schlussfolgerungen aus dem jetzt vorgelegten Konzept für die Wirtschaftswege ziehen, sondern auch noch mit Einsprüchen aus dem Kreis der Anlieger rechnen. Denn diese sind, so scheint es nach der Sitzung des Planungsausschusses, nicht gewillt, ohne weiteres die Kosten für Sanierung, Reparatur und den vorgeschlagenen Rückbau für einen Teil der insgesamt 226 Kilometer zu übernehmen.

Der Zustand der Wirtschaftswege ist kein reines Xantener Thema, er wird überall in Nordrhein-Westfalen und sogar bundesweit diskutiert. "Die Wege wurden in den 50er und 60er Jahren angelegt", sagte Xantens Dezernent Niklas Franke im Ausschuss. Doch über die Jahre blieben Unterhaltung und Investitionen hinter dem Bedarf zurück. Die immer schwerer und breiter werdenden landwirtschaftlichen Fahrzeuge beanspruchten die Fahrbahn über Gebühr. Außerdem entdeckt zunehmend der (Rad-)Tourismus die Wege abseits der Straßen.

Allein in Xanten stehen rund 4,7 Millionen Euro an Investitionen im Raum, wenn auch verteilt über mehrere Jahrzehnte und vermutlich durch öffentliche Zuschüsse mitfinanziert. Doch nichtsdestoweniger müssen vermutlich auch die Anlieger ihr Scherflein dazu beitragen, was für Unmut sorgt. Dabei seien der jetzige Rat und die jetzige Verwaltungsspitze bar jeder Schuld, betonte Bürgermeister Thomas Görtz in der Sitzung. "Hier wurde seit Jahrzehnten geschlampt. Wir beziehen Prügel für das, was in der Vergangenheit nicht gemacht wurde."

Dabei hätte es nicht soweit kommen müssen, meinte Werner Paeßen (BBX). "Auf die Versäumnisse der Vergangenheit haben wir kontinuierlich in den Gremien hingewiesen - dies wurde aber stets ignoriert und verschoben. In der Vergangenheit wurden Gelder teilweise zweckentfremdet", betont die BBX in einer Stellungnahme.

Auch die FBI stimmte zu, dass die Stadt zunächst einmal pro Jahr 150.000 Euro in die Hand nimmt, um mit der Aufarbeitung des Problems Wirtschaftswege zu beginnen. Aber sie möchte zudem Berechnungen, wie teuer die zur Diskussion stehenden Finanzierungsmodelle sein werden. Im Gespräch sind Beiträge über eine Satzung, ein Wegeverband und eine Finanzierung über die Grundsteuer A.

Die Wirtschaftswege, hauptsächlich von der Landwirtschaft, von Spaziergängern und Radlern genutzt, sind teilweise in einem sehr schlechten Zustand. Bislang standen pro Jahr 150.000 Euro für Straßen und Wege im Haushalt. Künftig soll der gleiche Betrag zusätzlich allein für die Wirtschaftswege ausgewiesen werden.

Quelle: RP
 
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