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Xanten
Wo sich die Schweine sauwohl fühlen

Xanten: Wo sich die Schweine sauwohl fühlen
Eber Kalle, das bunte Bentheimer Schwein, war der Liebling der Gäste beim Tag der offenen Tür auf dem Xantener Gamerschlagshof. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Kalle ist sichtlich zufrieden. Mit einem Dauergrinsen im Gesicht begrüßt der Eber seine Gäste. Über mangelnden Besuch konnte sich das bunte Bentheimer Schwein beim Tag der offenen Tür auf dem Xantener Gamerschlagshof nicht beklagen. Von Erwin Kohl

"Kalle liebt das, er ist handzahm. Das ist auch wichtig, damit er den Tierarzt an sich heranlässt. Leider ist er alleine, weil die drei Sauen trächtig sind", erklärt Bäuerin Astrid Gerdes-Steinhoff den Teilnehmern der Hofführung. Der Gamerschlagshof ist ein so genannter Arche-Hof, dort kümmert man sich bevorzugt um seltene Nutztierrassen. Die wandern zwar auch irgendwann in den Kochtopf, bis dahin aber haben sie ein im Vergleich zu ihren Artgenossen aus den Mastbetrieben ein langes und erfülltes Leben in freier Natur.

Beim Schlendern über den Hof und durch die Stallungen gewinnt man den Eindruck, in einer längst vergangenen Zeit gelandet zu sein. Irgendwie wirkt hier alles noch ländlich idyllisch. Selbstverständlich müssen aber auch die Betreiber des Gamerschlagshofes wirtschaftlich arbeiten. Um dieses Ziel ohne Massentierhaltung zu erreichen, geht man einen anderen Weg. "Wir sind ein Lernbauernhof, hier kann jeder beobachten, wie die Tiere auf dem Bauernhof leben", sagt Anna Steinhoff. Fridolin, das Mangalitza-Wollschwein, Schwarzhalsziegen, Enten und Hühner locken nicht nur Besuchergruppen an, sondern sind auch Studienobjekte für Studenten von Frankreich bis Bangladesch, die hier ihre Praktika absolvieren. Eine von ihnen ist Josy Wolf von der Universität in Halle (Sachsen-Anhalt), sie gibt den fast 2300 Besuchern an diesem Tag wertvolle Informationen. Ihre Hauptaufgabe ist es aber, herauszufinden, welche Tiere sich für den Gamerschlagshof besonders eignen. "Eine Voraussetzung ist die Robustheit. Unsere Tiere sind ganzjährig auf der Weide", erzählt Anna Steinhoff. Josy Wolf empfiehlt das schottische Hochlandrind: "Es ist nicht nur ständig auf der Wiese, es gebärt auch selbstständig und braucht keinen Tierarzt. Außerdem hat sein Fleisch einen einzigartigen Geschmack." Hinter dem Hof durften die Besucher naschen. Auf der Streuobstwiese sind seltene Obstsorten wie die große schwarze Knorpelkirsche oder der rheinische Bohnapfel zuhause. Im kommenden Jahr bereichert ein öffentlicher Nutzgarten das Angebot. Dort darf jeder mitmachen und Sellerie oder Salat anpflanzen. "Anfang des Jahres findet eine Sitzung statt, in der wir den Garten gemeinsam planen. Danach geht es mit gemeinsam in die Beete", so Steinhoff. Die Früchte der harten, aber auch ausgleichenden Gartenarbeit dürfen die Freizeitgärtner natürlich mitnehmen.

Wer den Gamerschlagshof besichtigen möchte, kann sich ab dem kommenden Sommer bequem von der Stadtmitte aus mit dem Nibelungen-Express herbringen lassen. Es werden zudem Hofführungen angeboten.

Quelle: RP
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