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Xanten
Wohnkonzept mit vielen Puzzleteilen

Xanten. Es fehlen Wohnungen für fast alle Zielgruppen. Die Nachfrage hat die Preise deutlich ansteigen lassen. Es fehlt vor allen Dingen an neuen, preisgünstigen Angeboten für Menschen mit mittleren und unteren Einkommen. Von Peter Kummer

Eine über Jahre hinweg stabile und zuletzt sogar leicht steigende Einwohnerzahl hat auch ihre Schattenseiten: Das Angebot an Wohnraum kommt angesichts der hohen Nachfrage nicht mit. Schlimmer noch: Die Situation wird sich verschärfen. Zu diesem Schluss kommt das jetzt vorliegende Handlungskonzept Wohnen. Es wird in der nächsten Sitzung des Planungsausschusses ausführlich vorgestellt, ist aber bereits auf der Homepage der Stadt eingestellt. Das Ziel für die Xantener Wohnungspolitik der nächsten Jahre: Umzugswillige halten und zugleich durch bestimmte Angebote Neubürger in die Domstadt holen.

Für das Büro "Schulten Stadt- und Raumentwicklung" aus Dortmund, das die Analyse samt Handlungsempfehlungen erarbeitet hat, fehlt es bei fast allen Wohnangeboten und für fast alle Zielgruppen an einem entsprechenden Angebot, für Jüngere und Alleinstehende bis zu Menschen über 50 (Best Ager).

Der Überhang bei der Nachfrage habe die Preise deutlich steigen lassen, sagen die Fachleute: "So ist es nicht nur für untere Einkommensklassen - insbesondere Singles und Paare -, sondern auch für mittelständische Haushalte schwer, eine angemessene Wohnung in Xanten zu finden. Dies betrifft neben dem Geschosswohnungsbau auch das Angebot an preisgünstigen Einfamilienhäusern für Familien mit mittleren bis unteren Einkommen." Bei Mietwohnungen ist die Situation nicht anders. Es sei nicht einfach, sagen die Fachleute, eine Wohnung mit Mieten zwischen sechs und sieben Euro/m2 zu finden.

Weitere Erkenntnisse des Büros: Kleinere Ortschaften sind mit Ausnahme von Lüttingen weniger gut nachgefragt. Doch bei ihnen besteht eine Nachfrage, die durch gezielten Neubau bedient werden könnte.

Barrierefreie und -arme Wohnungen finden sich in den eher preiswerten, bestehenden Mietwohnungen weniger als im teureren Neubau. Der Bau von neuen, preisgebundenen Wohnungen hat kaum stattgefunden. Nur für jeden zweiten Haushalt mit niedrigem Einkommen findet sich eine bezahlbare Wohnung.

Für das Dortmunder Büro ist klar, dass Xanten mehr Wohnungen benötigt, insbesondere für untere und mittlere Einkommensgruppen und vor allem barrierefrei. Es werde deutlich schwerer, eine den eigenen Bedürfnissen angemessene und zugleich bezahlbare Wohnung zu finden. Aber es fehle vielfach auch an einer geeigneten Ausstattung, damit zum Beispiel auch ältere Menschen eine geeignete Wohnung finden.

In ihrem Konzept schlagen die Gutachter dem Rat vor, aktiver in den Wohnungsmarkt einzugreifen. Als Maßnahmen sehen sie zwei Hebel: den Neubau noch stärker steuern und für den Wohnungsbestand Impulse und Anreize für die Eigentümer setzen. Konkret gesagt: - mehr Angebote für preisgebundenen Wohnraum. "Es ist davon auszugehen, dass Investoren unter den aktuellen Rahmenbedingungen ohne zusätzliche Impulse nicht in ausreichendem Umfang preisgebundenen Wohnraum schaffen werden."

- mehr Wohnungsangebote für ältere Menschen schaffen und dabei sollte auch die Umsetzung neuer Wohnformen berücksichtigt werden. Dazu gehört auch eine adäquate Infrastruktur.

- Mangel an Bauland begegnen mit einer effizienteren Ausnutzung von Baugrundstücken sowie ungenutzter Entwicklungspotenziale

- Immobilieneigentümer für Modernisierungen gewinnen und dabei das Mietpreisniveaus stabilisieren

Über das Wohnkonzept und welche Schlüsse daraus für die künftige Wohnpolitik zu ziehen sind, diskutiert der Planungsausschuss am heutigen Dienstag, 5. Dezember, in seiner öffentlichen Sitzung ab 17 Uhr im Ratssaal des Rathauses. Es ist auf der Homepage xanten.de im Ratsinformationssystem/Sitzungskalender eingestellt.

Quelle: RP
 
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