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Xanten

Xanten. Xantens Bürgermeister Thomas Görtz geht üblicherweise keiner Kamera aus dem Weg. Doch auch das strahlendste Lächeln vermag wenig ausrichten, wenn Pleiten, Pech und Pannen den Himmel über dem Rathaus verdunkeln. Nein, der Formfehler bei der Verabschiedung des Haushaltes ist keine Petitesse, die man schnell heilen und dann abhaken kann, um zur Tagesordnung überzugehen.

Wenn eine Verwaltung, die im Umgang mit Formen und Fristen geübt ist und deren Einhaltung von ihren Bürgern - im Zweifel mit Strenge - verlangt, ihre formale Pflicht verletzt, ist das Vertrauen in die Arbeit im Rathaus tangiert, wenn hier grundlegende Formalien nicht eingehalten werden. Da hilft auch der verständliche Hinweis, dass Fehler menschlich sind und auch in Rathäusern vorkommen, nur bedingt.

Es könnte der Eindruck entstehen, dass in Zeiten, in denen der Begriff "Bürgerhaushalt", mit denen sich andere Kommunen gern schmücken, in Xanten noch ein Fremdwort ist. Zugegeben: Haushaltspolitik ist, zumal im Neuen Kommunalen Finanzmanagement (NKF), kein Quotenbringer. Und auch Ratspolitiker tun sich oft noch schwer, da durchzublicken. Aber der Etat entscheidet nun mal, was geht in einer Stadt und was nicht. Da sollte es ein Gebot sein, seine Bürger mitzunehmen und Transparenz anzustreben. Daher ist das Versäumnis, den Entwurf öffentlich auszulegen, ein echtes Ärgernis.

Um Geld geht's auch, wenn Sonsbeck seinen schönen Aussichtsturm wieder besteigbar machen möchte. Um das hinzukriegen, reichen die Möglichkeiten, die der Gemeindehaushalt bietet, nicht aus. Umso erfreulicher, dass nun ein Wanderer in der Sonsbecker Schweiz Rast machte, der zumindest weiß, wo's eine Quelle gibt, an der sich touristische Träume laben können. Natürlich ist der SPD-Politiker René Schneider auf Wahlkampftour und will mit ministeriellen Moneten im Wahlkreis Punkte machen. Dass das auch noch schiefgehen kann, daraus macht der professionelle Wahlkämpfer keinen Hehl. Er will sich "verhauen" lassen, wenn's mit der aufgezeigten Finanzspritze nicht klappt, aber natürlich nicht erst 2020 "feiern" lassen, wenn Sonsbeck 700 Jahre Stadtrechte bejubelt. Gegen Geld aus dem Fördertopf werden selbst CDU-Politiker kaum was einwenden, wenn sie oben auf dem neuen Turm gen Xanten schauen. Da ist vom wahlkämpfenden CDU-Mann Rainer Groß bis zum Wahlsonntag am 14. Mai noch Luft nach oben. Er muss im Schlussspurt ordentlich zulegen, um den Wandersmann auf dem Weg nach Düsseldorf einzuholen.

VON BERNFRIED PAUS

Quelle: RP
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