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Xanten
Brandanschlag: Flüchtlinge können trotzdem in Schule ziehen

Brandanschlag auf geplantes Flüchtlingsheim in Xanten
Brandanschlag auf geplantes Flüchtlingsheim in Xanten FOTO: Fischer, Armin
Xanten. In der Nacht zu Sonntag hat es in Xanten in der ehemaligen Förderschule, die derzeit zu einer Asylunterkunft umgebaut wird, gebrannt. Nach dem jetzigen Stand können die Flüchtlinge trotzdem wie geplant in der kommenden Woche einziehen. Von Dirk Möwius

Nur geringen Schaden gab es bei dem Brandanschlag auf das  Gebäude des Förderzentrums an der Johannes-Janssen-Straße. Die Täter waren eingebrochen und hatte eine Art Molotow-Cocktail, eine Glasflasche mit Brandbeschleuniger, benutzt. Zum Glück hatte sich das Feuer nicht ausgebreitet. Auf mehreren Quadartmetern ist der Linoleumboden durch das Feuer beschädigt, zudem hat der Rauch Wand- und Decke beschädigt. Die Umbauarbeiten können am Montag fortgesetzt werden, nach Stand der Dinge können die ersten Flüchtlinge wie geplant in der kommenden Woche einziehen.

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Bürgermeister Thomas Görtz, der noch in der Nacht vor Ort war, fand am Sonntag deutliche Worte: "Wir lassen uns von diesem Ereignis keinesfalls von unserem Vorhaben abbringen, die Förderschule zu einer Flüchtlingsunterkunft umzuwandeln und bauen auf die weiterhin große Solidarität und Hilfsbereitschaft der Xantener Bevölkerung. Nun gilt es, besonnen aber entschlossen in dieser Situation zu reagieren und nicht in panischen Aktionismus zu verfallen. Gottlob wurde bis auf geringere Gebäudeschäden niemand verletzt, dennoch bestürzt uns und auch mich persönlich diese Tat. Wir sollten das sehr ernst nehmen. Meine für Montag und Dienstag geplante Dienstreise nach Karlsruhe werde ich vor diesem Hintergrund absagen."

Erste politische Reaktionen kamen von den Linken und den Jusos im Kreis Wesel. Jan Dieren, Vorsitzender der Jusos im Kreis verurteilte den Anschlag ausgerechnet am 25. Jahrestag der deutschen Einheit scharf. Sascha H. Wagner, Kreissprecher der Linken: "Mit großer Bestürzung mussten die Bürger feststellen, dass sich offensichtlich Fremdenhass und Intoleranz im Kreis Wesel wieder breitgemacht haben."

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