| 00.00 Uhr

Xanten
Xanten feiert fair und fröhlich

Xanten. Beim "Fairmilientag" im Hafen wurde nur mit Bällen gespielt, die in Pakistan von erwachsenen Arbeitern genäht werden. Von Erwin Kohl

Die Fußball-Europameisterschaft ist in vollem Gange, Millionen Fans in den Stadien und vor dem Fernseher richten ihr Augenmerk auf einen kleinen Lederball. Dass dieser unter Umständen von Kindern unter katastrophalen Arbeitsbedingungen und zu Hungerlöhnen hergestellt wurde, kümmert die Wenigsten. Mit einem "Fairmilientag" im Xantener Hafen wollte die "Fair-Trade-Stadt" Xanten gemeinsam mit der Eine-Welt-Gruppe, der Kolpingsfamilie und den Pfadfindern zeigen, dass es auch anders geht. Bei einem Menschenkicker-Turnier wurde deshalb mit Bällen gespielt, die im pakistanischen Sialkot ausschließlich von erwachsenen Arbeitern zu einem fairen Lohn genäht werden.

Lukrative Preise und nicht zuletzt der Fair-Trade-Wanderpokal der Stadt lockten ein prominentes Starterfeld an. Vertreten waren unter anderem die Rathauskicker um Bürgermeister Thomas Görtz, Asylbewerber mit gleich zwei "Weltklasse-Teams" und die "Xanten Hospitals", ein Team bestehend aus Ärzten und Pflegern des Sankt-Josef-Hospitals. Deren Trainer Dirk Henricy hat sich eine simple Taktik ausgedacht: "Wir wollen möglichst flach spielen und hoch gewinnen."

Am Ende reichte es nicht ganz: Den Wanderpokal und eine zweistündige Donut-Fahrt auf der Südsee sicherte sich die IGX vor der "Weltauswahl II", deren Kicker Wasserski-Gutscheine erhielten. Die "Xanten Hospitals" erreichten immerhin einen beachtlichen dritten Platz. Der Preis dafür: eine Runde SUP-Polo. Dabei handelt es sich um eine neue Attraktion im Lüttinger Hafen, die am Wochenende der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Bei dieser Sportart müssen zwei Teams, bestehend aus jeweils drei Spielern, auf einem Surfbrett stehend den Ball mit dem Paddel ins gegnerische Tor befördern. "SUP-Polo etabliert sich gerade. Ich habe den Trendsport auf der Boot in Düsseldorf gesehen und sofort gedacht, das ist was für uns", so FZX-Mitarbeiterin Anne Kunze. Dass Sportarten wie diese durchaus in fair produzierter Sportkleidung betrieben werden können und was beim Kauf zu beachten ist, erfuhren die Besucher am Stand der christlichen Initiative Romero. Hoch hinaus ging es an der Spiderweb-Kletterwand. Mit Anzügen aus Klettmaterial und genügend Anlauf ging es darum, möglichst hoch an der Wand zu kleben. "Die vier Meter hat noch keiner geschafft, aber Spaß haben alle", versichert Betreiber Michael Felbert.

Für die kleine Stärkung zwischendurch hatten sich Xantens Pfadfinder etwas Besonderes ausgedacht: Stock-Popcorn statt Stockbrot. Eine mit Öl und Mais gefüllte Dose wurde dafür so lange ins Lagerfeuer gehalten, bis die süßen Krümel vernascht werden konnten. Daneben hatten die Scouts eine selbstgebaute Farbschleuder im Angebot, auf deren Drehteller aberwitzige Kunstwerke entstanden. Wer es lieber gegenständlicher mochte, durfte kostenlos am Kunstworkshop von Maria Cavalcanti-Heinich teilnehmen. Fazit: Eine bunte Mischung aus Angeboten und Informationen machten den "Fairmilientag" im Xantener Hafen zu einem Erlebnis.

Quelle: RP
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Xanten: Xanten feiert fair und fröhlich


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.