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Xanten
Xanten kämpft um den Erhalt seiner Polizeiwache

Xanten. Bürgermeister Thomas Görtz schreibt im Auftrag des Rates an Landrat Dr. Ansgar Müller und Innenminister Ralf Jäger. Von Dirk Möwius

Post von Bürgermeister Thomas Görtz erhielten jetzt Landrat Dr. Ansgar Müller und Innenminister Ralf Jäger. Es geht um die geplante Schließung der Polizeiwache Xanten nachts und am Wochenende oder an Feiertagen. Wie schon der Hauptausschuss (RP berichtete) hat auch der Rat eine Resolution verabschiedet und Görtz beauftragt, Kontakt mit den Verantwortlichen aufzunehmen. "Um das Wohl, die Sicherheit und auch das Sicherheitsempfinden der Bürger weiter zu gewährleisten und Kriminalität weiterhin auch durch die Möglichkeit der unmittelbaren zeitnahen Anzeige von Straftaten effektiv bekämpfen zu können, fordert der Rat der Stadt Xanten, die vorgesehene Personalreduzierung auf der Xantener Polizeiwache und die damit verbundene Schließung der Wache unverzüglich zu stoppen und durch nachhaltige Personalplanung den Fortbestand der linksrheinisch nördlichsten Polizeiwache im Kreis Wesel auf Dauer zu sichern", heißt es in dem Schreiben.

Görtz verweist darauf, dass massiv in die polizeiliche Sicherheitsinfrastruktur eingegriffen werden soll. Nach den Plänen des Landrats soll die Polizeiwache Xanten an Feiertagen und Wochenenden sowie werkstags in der Zeit von 22 bis 6 Uhr nicht mehr mit einem wachhabenden Polizeibeamten besetzt werden. Technische Einrichtungen wie eine Sprechanlage sollen vorgesehen werden, so dass sich Bürger in Not, die persönlich die Wache aufsuchen möchten, um dort eine Anzeige aufzugeben oder um dort Schutz zu suchen, dann nur per Telefonleitung zur Polizeiwache nach Kamp-Lintfort verbunden werden. Einen Polizeibeamten, der auf der Wache unmittelbar Hilfe leisten kann, gibt es dann nicht mehr. Bürgermeister Görtz: "Zwar sieht Ihr Plan vor, dass nach wie vor ein Streifenwagen in Xanten stationiert werden soll, jedoch ist dieser erfahrungsgemäß bei einem Einsatzgebiet von etwa 187 Quadratkilometern Größe und rund 45000 Einwohnern dauerhaft unterwegs (Obermörmter im Norden bis Alpen in Süden und Sonsbeck-Hamb im Westen) und somit nicht am Standort der Polizeiwache. Insofern bedeutet dies für die Bürger künftig, dass es vom Zufall abhängt, ob ein Ansprechpartner der Polizei vor Ort ist oder nicht. Spätestens wenn die Streifenwagenbesetzung einen anderen Einsatzauftrag erhält, muss ein eventuell bestehender Kontakt mit dem Bürger vor Ort unmittelbar beendet werden."

Für sämtliche Angelegenheiten der Anzeigenerstattung, die eigentlich keinen Aufschub dulden (Körperverletzung, Diebstahl, Unfallflucht und ähnliches) seien die Betroffenen künftig gezwungen, zur 22 Kilometer entfernten Polizeiwache Kamp-Lintfort zu fahren. Während die Entfernung bei vorhandenem Auto noch zu bewältigen sei, stelle sich die Frage, die ältere Menschen, Menschen ohne Wagen und die zahlreichen Flüchtlinge diese Strecke überwinden sollen. Görtz: "Die Entfernung stellt für manche Personenkreise ein unüberwindbares Hindernis dar, zumal es zu der in Frage stehenden Zeit keine ÖPNV-Verbindungen zwischen Kamp-Lintfort und Xanten gibt." Auch die mehreren 100 000 Besucher, die Jahr für Jahr Xanten besuchen, seien betroffen. Görtz: "Die aktuelle Kriminalitätsentwicklung würde gerade die Ausweitung der polizeilichen Präsenz, insbesondere in der Fläche, verlangen, um die Sicherheit zu gewährleisten. Aufgrund bereits erfolgter Wachschließungen wären linksrheinisch nachts und am Wochenende nur noch die Wachen Kamp-Lintfort und Kleve besetzt. In den Augen der Bürger ist dies eine Katastrophe."

Quelle: RP
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