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Xanten
Xantener App-Idee begeistert Politiker

Xanten: Xantener App-Idee begeistert Politiker
Beim Besuch der SPD-Abgeordneten im APX ging es um die Museumsapp. Von links: Siegmund Ehrmann, Uwe Strauch, Dr. Hans-Ulrich Krüger und René Schneider. FOTO: Helge Boele
Xanten. Siegmund Ehrmann, im Bundestag Vorsitzender des Kulturausschusses, informierte sich im APX mit seinem Kollegen Dr. Hans-Ulrich Krüger und mit dem Landtagsmitglied René Schneider über das erfolgreiche Projekt von Uwe Strauch. Von Peter Kummer

Die Teilnahme am Wettbewerb "Kulturpreis der Deutschen Wirtschaft" vor zwei Jahren hat sich für Uwe Strauch gelohnt: Der erste Preis blieb ihm zwar versagt, doch die Kulturpolitik wurde auf ihn aufmerksam. "Beim Durchblättern der Unterlagen bin ich auch auf diese App gestoßen", erinnert sich Siegmund Ehrmann an seine erste Erfahrungen mit "museum.de". Das Interesse bei dem Bundestagsabgeordneten aus Moers und Vorsitzenden des Kulturausschusses war geweckt. Gemeinsam mit seinen Parteifreunden Dr. Hans-Ulrich Krüger, ebenfalls SPD-Bundestagsabgeordneter, und mit dem Landtagsmitglied René Schneider informierte er sich in Xanten aus erster Hand über das Miniprogramm für Smartphones und Tablets und lotete die Möglichkeiten für einen Einsatz als Museums- und Stadtführer aus.

"museum.de" steht inzwischen in einer erweiterten Version im Internet zum kostenlosen Download zur Verfügung. Die App informiert seit Dezember 2014 über Ausstellungen, News, Eintrittspreise, Öffnungszeiten und Adresse von zahlreichen Museen in der Welt, vorrangig in Deutschland, aber inzwischen auch in vielen anderen Ländern Europas und aus Übersee bis hin zu Grönland, Kanada und den USA. Mit der jüngsten Erweiterung berichtet nun eine Stimme aus dem Smartphone, per WLAN aktiviert, über die einzelnen Exponate, sobald der Besucher in die Nähe einer Vitrine kommt. Anstelle der bisher üblichen Hinweistafeln erscheinen Informationen auf dem Display oder sind zu hören. "Damit eröffnen sich den Museen preiswert völlig neue multimediale Möglichkeiten", erläutert Strauch.

Die Verbindung zum Smartphone stellt eine neue Technologie her, die sogenannten eBeacons: Kleine Sender schicken an den einzelnen Stationen Signale aus und verbindet sich mit dem Smartphone, sobald es in der unmittelbaren Nähe ist. Angewendet werden solche Audioguides unter museum.de zum Beispiel in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Hamburg, im Museum Ludwig in Koblenz, im Deutschen Schifffahrtsmuseum Bremerhaven und im Deutschen Museum in München. Das Pompejanum Aschaffenburg hat für seine Nutzung des Angebots sogar einen Preis gewonnen.

Mehr noch: Uwe Strauch hat auch den Tourismus als potenziellen Anbieter für seine App ausgemacht: "Damit lassen sich ganze Städte vertonen", wirbt er für seine Entwicklung. "Am Ende eines Gangs durch die Stadt kann ein Hinweis auf eine nahegelegene Ausstellung kommen. So verbinde ich die Außenwelt mit einem Museum." Vielleicht lässt sich so gar neue Zielgruppen gewinnen, denn das Smartphone ziehe eben bei den Jugendlichen. Dann werde eine Stadtführung ganz anders auf- und wahrgenommen, hofft der Informatiker.

Erste Städte sind auf diese Weise bereits vertont, natürlich auch Strauchs Heimatstadt Xanten. Das Smartphone führt zu 15 Stationen und erklärt deren Hintergründe, vom Rathaus bis zum Meerturm, vom Klever Tor bis zur historischen Pumpe auf dem Markt. Das GPS startet ein Band, sobald sich der Anwender einer Station nähert.

Eine sehr gute Idee, befanden die drei Politiker aus Bundes- und Landtag am Ende des rund zweistündigen Gesprächs und kündigten an, im Rahmen ihrer politischen Möglichkeiten das Projekt in Berlin und Düsseldorf weiter zu verfolgen. "Es ist toll, was hier von einem Alleinkämpfer auf die Beine gestellt wurde", sagt Ehrmann. Und das Projekt sei weiter ausbaufähig, zum Beispiel für den Tourismus. "Vielleicht wäre es eine gute Plattform für eine regionale Vermarktung."

Quelle: RP
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