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Xanten
Xantener kfd-Frauen "Reif für die Insel"

Xanten. Die Komödie um Richter Holbein war der Höhepunkt des Theaternachmittags in der ausverkauften Mensa. Von Beate Wyglenda

Eigentlich sind die Niederrheiner ja für ihre gesellige und gutherzige Art bekannt. Dass sie aber auch ganz anders können, zeigte am Wochenende die Katholische Frauengemeinschaft Xanten (kfd) bei ihrem traditionellen Theaternachmittag in der Mensa. Unter dem Motto "In guten wie in schlechten Zeiten" brachte die achtköpfige Frauentruppe im ausverkauften Saal flotte Tänze, heitere Lieder und originelle Sketche aufs Parkett. Höhepunkt des Nachmittags war aber die Komödie "Reif für die Insel", bei der sich "de hiesige Lüj" zur Freude der Zuschauer von einer eher missgelaunten Seite zeigten.

Allen voran Richter Holbein (Ulla Derksen) ist es leid: Seit 35 Jahren hört er sich in seinem Gerichtssaal das ständige Gezanke und Gezeter der Niederrheiner an. Er ist reif für die Insel. Einen Tag jedoch muss er noch im Amt überstehen. Ein Tag allerdings, der es mal wieder in sich hat: Noch nicht einmal Platz genommen, beginnt die neue Gerichtsschreiberin Meiksner (Uschi Greef) mit ihren unzähligen Fragen schon zu nerven. "Das Wichtigste ist, dass man gar nichts von Ihnen bemerkt", schnaubte Holbein.

Auch die drei bevorstehenden Fälle sollten die Laune nicht mehr heben. Zumindest beim Richter nicht. Das Publikum hingegen johlte vor Vergnügen, als Bürgermeister Thomas Ahls (Ulla van den Berg) auf der Anklagebank seinen Platz einnahm. Die Klägerin: Frau Seitz (Ingrid Greupner), 69 Jahre alt, verwitwet und todtraurig, weil ihr geliebter Gustav dahingeschieden ist. Ihrer Ansicht nach, durch die Schuld der Gemeinde. "Bei unserem abendlichen Spaziergang musste sich mein lieber Gustav erleichtern. Keiner konnte ahnen, dass die dafür ausgesuchte Laterne unter Strom stand", erzählte die Klägerin, während sich das Publikum das Kichern zu verkneifen versuchte. "Man muss doch nicht wegen jeder Lappalie das Gericht bemühen. Es hätte eh nicht lange gedauert, bis Gustav das Zeitliche gesegnet hätte", erklärte der Bürgermeister unter den entsetzten Blicken des Gerichts hinzu. "So fett und alt dieser Rauhaardackel schon war", ergänzte er. Applaus.

Uneinsichtig zeigten sich auch die beiden Streithähne Köhler (Claudia Schibgilla) und Weigant (Bärbel Ricken), die sich wegen vier "unanständiger" Gartenzwerge gegenseitig vor Gericht zerrten. Auch das Lüttinger Urgestein Babette Staudiegel (Anne Winnekens) war keine Unbekannte mehr. Diesmal musste sich die 80-Jährige wegen einer Totalblockade am Europaplatz, Trunkenheit am Steuer sowie Beamtenbeleidigung und Widerstand gegen die Staatsgewalt vor Gericht rechtfertigen. "Ek witt knatts niet, wat ek hi söll. Ek gesteh, dat ek unschöldeg bin", war ihr Kommentar. Zu dumm nur, dass Zeuge Kratz (Ulla van den Berg) aussagte, die Beklagte sei wie ein Hamster im Laufrad über 30 Mal im Kreisverkehr gefahren, bevor ihr Käfer versagte und die Polizistin bestätigte, dass im Käfer zwar kein Sprit mehr war, dafür aber die Lüttingerin ordentlich getankt habe. "De paar Teffke. De warn doch in de Schwarzwälderkersstaat benne", verteidigte sie sich. Das Publikum war begeistert.

Quelle: RP
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