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Xanten
Xantener Künstler widmen sich Japan

Xanten: Xantener Künstler widmen sich Japan
Tanja Utracik, Abteilungsleiterin Judo und Karate beim SV Menzelen, und Künstlerin Ulrike Großholtfurth bei der Eröffnung der Ausstellung. FOTO: ostermann
Xanten. Bis Ende Mai ist die Ausstellung "Japan - der sanfte Weg" des Offenen Künstlertreffs und der Menzelener Judoka im Rathaus zu sehen. Von Beate Wyglenda

Kunst und Judo - zwei Aspekte der japanischen Kultur, die auf den ersten Blick nicht miteinander zu vereinen sind. Und doch ist im Rahmen des Projekts "Japan - der sanfte Weg" des Offenen Künstlertreffs Xanten und der Judoabteilung des SV Menzelen eine Kunstausstellung entstanden, die sich dieser spannenden Begegnung stellt. Bis Sonntag, 31. Mai, ist sie im Rathaussaal zu sehen. Die Eröffnungsveranstaltung begleitet haben die Menzelener Judoka.

Mag es an der Entfernung liegen, an der einstigen Isolation oder der fremden Kultur, gerade bei Europäern sei die Faszination für das ferne Japan bis heute ungebrochen, sagte Ursula Grote einleitend. Dieser Faszination nachgehend, setzten sich 15 Künstler des Offenen Künstlertreffs mit dem Thema Japan und der Philosophie des Judo auseinander. "Sie haben sich auf den Weg gemacht, Japan in seinen verschiedenen Facetten zu beleuchten", erklärte Martina Gabriel, die gemeinsam mit der Diplom-Sozialarbeiterin und Judoka Dagmar Moser das Projekt initiierte. "Ausgehend von ihrer persönlichen Arbeitsweise thematisierten die Künstler in ihren Werken das Land, seine Kunst und die Geisteshaltung, die sich auch im Judo widerspiegelt. Zum Teil findet man offensichtliche und bekannte Bezüge, zum Teil muss man auf die Suche gehen und sich vertiefen", so Gabriel.

So steht etwa in Sabine Suhrborgs Arbeit das bekannte Motiv der Kirschblüte sinnbildlich für Japan. "Fast die Hälfte der japanischen Laubbäume sind Kirschbäume. Ihre Blütezeit ist ein Höhepunkt im japanischen Kalender und markiert den Übergang in die warme Jahreszeit", erläuterte Gabriel. Eine weitere typische Pflanze Japans, die Seerose, tritt sehr kräftig in Maria Cavalcanti-Heinrichs Bild hervor. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts griffen besonders französische Künstler oft auf die breite Palette typischer Motive sowie Stilmittel und Techniken traditioneller japanischer Kunst zurück, sagte Gabriel. Dazu gehörte die Geisha, die als anmutige und gebildete Unterhalterin gleich zweimal zentrales Motiv von Ulrike Grossholtfurth wurde. Auch Karin Meinert zeigt in ihrem Bild "Tradition" die Frauen Japans. Irene Welberts widmet hingegen den "Raben von Tokio", die in der japanischen Mythologie als Beschützer und Wegweiser gelten, eine Tuschmalerei. Ebenfalls von der Tuschmalerei inspiriert sind die Fotografien von Karin Denecke: minimalistisch, in Serien gearbeitet, von klarem Schwarz-weiß-Kontrast. Mit einer flächigen Gestaltung des Raums und dem Fehlen einer Zentralperspektive greift auch Inge Franz auf ein ganz typisches Stilmittel der japanischen Kunst zurück. Während sich Udo Sieberer durch Reduktion einer eher angedeuteten Landschaft im Kontrast zu einem klaren, detaillierten Vordergrund einem inneren Japan nähert. Sehr modern ist auch die stilistische Adaption von Uwe Strauch, der sich in seiner Arbeit "Strahlkraft" mit dem Atomunfall in Fukushima auseinandersetzt.

Martina Gabriel, Iris Jurjahn, Melanie Wormland-Weinhold sowie Tatjana van Went, Ralf Neuköther von Malottki und Rolf Günter Franz widmen sich der Philosophie des Judo und den geistigen Themen.

Quelle: RP
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