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Xanten
Xantener pflanzen Baum in Wittenberg

Xanten: Xantener pflanzen Baum in Wittenberg
Pfarrerin Ulrike Dahlhaus und Propst Klaus Wittke pflanzten den "Xantener Baum" in Wittenberg. FOTO: walter plümpe wp
Xanten. Im LutherGarten an Neuen Rathaus von Wittenberg dreht sich - wie könnte es anders sein - in diesen Wochen alles um ein Thema: 500 Jahre Reformation. "Weltausstellung Reformation - Tore der Freiheit" ist der Titel der dortigen Ausstellung. Und genau hier versammelten sich zehn Xantener - um "Baum Nr. 350". Von Walter Plümpe

Eine junge Kupfer-Birke (Betula albosinensis), Baumpatenschaft als Zeichen gewachsener ökumenischer Gemeinschaft, gespendet von der Katholischen Propsteigemeinde St. Viktor und der Evangelischen Kirchengemeinde in Xanten.

Gemeinsam mit Pfarrerin Ulrike Dahlhaus, Propst Klaus Wittke und Pfarrpraktikant Alexander Senk war der ökumenische Taizé-Singkreis angereist, um im Rahmen einer Liturgie die Übergabe zu begehen. Bislang sind Kirchen und Gemeinden verschiedener Konfessionen aus 90 Ländern mit einem Baum im Luther-Garten vertreten. Ein Reformationsprojekt des Lutherischen Weltbundes.

Sie waren gemeinsam mit dem Taizé-Singkreis in die Lutherstadt gereist. FOTO: walter plümpe wp

Dass nun auch die beiden Xantener Gemeinden unter den bald 500 Baumpatenschaften vertreten sind, ist eine Besonderheit. Weitere "konfessionsübergreifende Bäume" waren bei einer Begehung unter den Patenschaftsschildern nämlich nicht zu finden. Geboren wurde die Idee bei einer Fahrt des Taizé-Singkreises im letzten Jahr in die Lutherstadt.

Dr. Beate de Fries, Presbyterin und Mitglied im Ökumene-Ausschuss beider christlichen Gemeinden, knüpfte die Kontakte und stieß in allen Gremien auf offene Türen. So waren 500 Euro für die Baumpflanzung, die Anfertigung des Baumschildes und eine zweijährige Anwachspflege schnell beisammen. Teil des Projektes ist es, dass jeder Baumpate auch einen Partnerbaum in der eigenen Gemeinde pflanzt. Dies soll am 11. September im Bibelgarten nahe beim alten Amtsgericht in Xanten geschehen. Ein Apfelbaum wird es sein. "So soll die Ausbreitung der Reformation in die ganze Welt symbolisiert werden", sagte Annette Glaubig, Projektassistentin der Baumpflanzung.

Als "lebendiges ökumenisches Zeichen" lobte Pfarrer Joachim Zirkler, Studienleiter in Wittenberg, die Aktion der Xantener Gemeinden. Als Zeichen der Vielfalt der Kirchen bei gleichen Wurzeln im gleichen Grund deutete er im Rahmen der liturgischen Feier die Vielzahl der Baumarten. "Sie streben dem gleichen Himmel entgegen. Ihre Zweige berühren sich, und doch sind sie eigenständig."

Der Taizé-Singkreis sang "Laudate omnes gentes", "Bless the Lord, my soul" und "Meine Hoffnung und meine Freude" zwischen den Bibeltexten, Fürbitten und Gebeten. Schließlich häufelte Propst Klaus Wittke etwas Erde an den Baum; Pfarrerin Ulrike Dahlhaus goss Wasser dazu. "Lass die Gemeinschaft untereinander wachsen - trotz mancher Differenzen", beteten die Teilnehmer.

Schließlich wurde eine Urkunde für beide Gemeinden feierlich überreicht. Martin Luther wird zugeschrieben, dass er selbst dann einen Apfelbaum pflanzen würde, wenn er wüsste, dass die Welt morgen unterginge. Diese Zuversicht war auch bei den Xantenern in Wittenberg zu spüren - allen sozialen und wirtschaftlichen Ungerechtigkeiten zum Trotz. So endete die Feier mit dem gemeinsam gesprochenen Vater Unser und einem Segen für alle, die dieses Projekt gefördert haben.

Quelle: RP
 
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