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Xanten
Xantener Zahnarzt hilft Kindern in Indien

Xanten: Xantener Zahnarzt hilft Kindern in Indien
Dr. Manhardt Barthelmie bei der Behandlung in der eigenen Zahnstation von GDCI vor, einem umgebauten Fahrzeug der Armee, ausgestattet mit Röntgen und einem Zahnarztstuhl. FOTO: privat
Xanten. Dr. Manhardt Barthelmie engagiert sich seit 2007 regelmäßig in der German Dentist Carehood International. Von Peter Kummer

Wenn der Doc kommt, dann ist Spaß garantiert. Auch wenn es sich in diesem Fall um einen Zahnarzt handelt. Aber Dr. Manhardt Barthelmie sorgt dafür, dass das, was sich dann auf den Schulhöfen indischer Schulen abspielt, einen Unterhaltungswert hat. Seit 2007 fliegt er - bei einer Unterbrechung - einmal im Jahr in den Süden des asiatischen Landes, um dort vor allem Schulkinder zahnärztlich zu untersuchen und teilweise direkt selbst zu behandeln. Der Xantener gehört einer Organisation namens GDCI an. Die Abkürzung steht für German Dentist Carehood International, hervorgegangen aus der Vereinigung "Zahnärzte für Indien". Im November hebt für ihn der nächste Flieger ab. Zuerst zwei bis drei Wochen zahnärztliche Arbeit, anschließend hängt er noch eine Woche privat dran, um Land und Leute weiter kennenzulernen.

GDCI arbeitet eng mit der Duisburger Kindernothilfe zusammen. "Wir fahren über die Dörfer zu den Schulen und früheren Polio-Heimen", sagt der 68-jährige. Wir - das sind derzeit 32 Zahnärzte, die erfolgreich in Indien arbeiten. Ihre Arbeit ist mehr als der berühmte Tropfen auf dem heißen Stein: "Die Zahlen der Zahnextraktionen und der großen Füllungen in den von uns betreuten Heimen und Schulen gehen jährlich zurück", berichtet die Organisation auf ihrer Homepage.

Flug und Unterkunft bezahlt Dr. Barthelmie aus eigener Tasche, das Geld für Gerätschaften und Instrumente kommt von der Kindernothilfe bei. "Unterstützt werden wir von vielen Indern, die der katholischen Kirche angehören. Es hat sich eine sehr aktive Hilfe entwickelt." Darum steht auch immer ein Besuch beim Bischof der dortigen Diözese auf dem Programm.

Natürlich sehen indische Kinder dem Gang zum Zahnarzt ähnlich sorgenvoll entgegen wie viele deutsche Kids. "Aber sie freuen sich auch, wenn ich komme, denn es bedeutet eine sicherlich willkommene Abwechslung." Wer nicht gerade auf dem Behandlungsstuhl Platz nehmen muss, tollt auf dem Hof bei Volley- oder Fußball herum. Dann muss auch Doc Barthelmie manchmal ran und Zahnarztbesteck gegen Ball eintauschen. Das müsse auch sein, schmunzelt der Xantener.

Anfangs stehen Prophylaxe und Ernährungskunde auf dem Stundenplan des Docs. Also die Theorie. Dann schlägt die Stunde der Wahrheit und auf dem Schulhof beginnen die Untersuchungen. Die Verständigung klappt, auf Englisch oder auf Tamil, in der sich Batholmie selbst schon etwas unterhalten kann. Das schafft zusätzliches Vertrauen.

Manchmal, wenn nicht gerade die Kollegen es in Beschlag genommen haben, fährt der Xantener mit der eigenen Zahnstation von GDCI vor, einem umgebauten Fahrzeug der Armee, ausgestattet mit Röntgen, einem Zahnarztstuhl - und gegen die indische Hitze von 35 Grad im Schatten einer Klimaanlage. "Wenn sie denn funktioniert." In diesem Dentomobil kann er am Nachmittag die Behandlung selbst vornehmen, statt auf einen einheimischen Kollegen zu verweisen. Zumeist handelt es sich um Zahnsteinentfernung, Karies, manchmal doch um eine Extraktion. Doch insgesamt, sa gt der Niederrheiner, "haben die Kinder gar nicht so schlechte Zähne. Das liegt vermutlich auch an der einfachen Ernährung. Oft gibt es Vegetarisches." Damit die Zähne weiter gesund bleiben, verteilt Barthelmie im Laufe der zwei bis drei Wochen neben Pröbchen von Zahnpasta auch bis zu 1000 Zahnbürsten unter seinen kleinen Patienten. Die werden vorher in einem indischen Supermarkt bestellt. Das ist billiger, als wenn er sie mitbringen würde. Nur Süßes gibt es nicht.

Spenden für die zahnärztliche Behandlung indischer Kinder nimmt Dr. Manhardt Barthelmie entgegen in seiner früheren Praxis Markt 26, die jetzt von Dr. Dirk Meintrup wird und in der er noch mitarbeitet. Telefon: 02801 1499. Infos auch unter www.gdci.de.

Quelle: RP
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