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Xanten
Zu Fuß die Römerstadt umrunden

Xanten: Zu Fuß die Römerstadt umrunden
Das Wandern ist des Müllers Lust: APX-Direktor Dr. Martin Müller, Bürgermeister Thomas Görtz und Architekt Peter Kienzle (v. r.) nahmen den neuen Geh- und Radweg gestern offiziell in Betrieb. FOTO: Arfi
Xanten. Um den Archäologische Park Xanten kann man jetzt kreuzungs- und automobilfrei herumlaufen. Ein neuer Weg auch für Radfahrer verbindet den APX mit dem Alleenradweg - immer an der Stadtmauer entlang. Von Heinz Kühnen

Der Weg führt vom alten Eingang des Archäologischen Parks hinab in die Wiesen. Immer an der Stadtmauer der Colonia Ulpia Trajana entlang, auch wenn man sie später nur noch erahnen kann. Und schließlich trifft er auf den Alleenradweg. APX-Direktor Dr. Martin Müller und Bürgermeister Thomas Görtz nahmen den neuen Geh- und Radweg gestern Vormittag ganz offiziell in Betrieb. Schließlich, so Müller, gehe damit ein alter Traum in Erfüllung: Die Römerstadt kann jetzt kreuzungsfrei von Radlern und Spaziergängern umrundet werden. Er selbst sei im Moment wohl noch der eifrigste Nutzer. Auch Jogger dürft es freuen. "Eine Runde ist etwa 4,5 Kilometer lang: Das passt", sagte Görtz.

Geplant hat den neuen, drei Meter breiten Weg mit seiner Gesamtlänge von 1340 Meter APX-Architekt Peter Kienzle. Eine Xantener Firma hat nach der öffentlichen Ausschreibung die Ausführung in zwei Teilabschnitten unternommen. Vom Kassenhäuschen am Hafentempel bis zum Burginatium-Tor und damit wenige Meter entfernt von jener Stelle, an der die den APX noch vor Jahren zerschneidende Bundesstraße das Römergelände in Richtung Marienbaum wieder verließ; und eben von diesem Tor - eins von dreien der alten Stadt - bis zum Alleenradweg.

Der Fußgänger wird damit zunächst hinabgeführt ins alte Hafengebiet. Zum ersten Mal werden die Höhenunterschiede zwischen der Stadt und dem alten Rheinarm mit seinen Inseln deutlich. Hier herrschte einmal richtig reges Treiben, wurden Waren von weither angeliefert, wie Funde beweisen - auch wenn die Archäologen in diesem Gebiet nicht weiter graben werden. An der Luft würden die alten Anlagen wohl unwiderruflich zerstört. Vorbei geht es an jenem Tor, von dem aus der Weg nach Burginatium (heute Kalkar) und dann weiter nach Nimwegen führte, bis zum Alleenradweg. Derartige Hinweise wird es ab dem Frühjahr auch für die Passanten geben, die Archäologen wollen, so Peter Kienzle, drei Tafeln mit kurzen Erläuterungen aufstellen.

Auch APX-Gärtner Peter Altmann wird jede Menge zu tun bekommen. Auf dem Areal an der Nordseite der CUT soll es mehrere Bepflanzungsinseln mit typisch niederrheinischen Pflanzen geben. Altmann denkt da zum Beispiel an Schneeball, Weißdorn, Schlehen und Wildrosen, also an typische Brutgehölze für Vögel und jeder Menge Bienennahrung. Mithin auch für den Betrachter ein schöner Kontrast zur Symmetrie der alten Stadt, so Kienzle.

Bürgermeister Görtz zeigt sich jedenfalls hocherfreut über die neue Verbindung, die sich prima ins Gesamtwandernetz der Stadt integrieren lasse. Die Touristinformation werde den Weg im Frühjahr dementsprechend ausschildern. Vorteile gebe es auch für die Gäste der Jugendherberge. Sie müssen nicht mehr an der Umgehungsstraße entlang laufen. Es gibt nämlich eine eigens angelegte Abzweigung vom neuen "Außenweg".

Allerdings: An einer Ausleuchtung mit Straßenlaternen ist zumindest jetzt nicht gedacht. Das passt. Die alten Römer kannten so etwas in ihrem Riesenreich nämlich noch nicht. Sie liefen im Dunklen - wenn überhaupt - mit Handlaternen durch die Gegend.

Quelle: RP
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