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Sonsbeck
Zwei starke Frauen: Theater in der Kirche

Sonsbeck: Zwei starke Frauen: Theater in der Kirche
Lieder zur Laute und zwei starke Frauen auf der Sinnsuche: Das Ensemble Theatrum trat vor 150 Zuschauern in der Sonsbecker St.-Maria-Magdalena-Kirche auf. FOTO: Olaf Ostermann
Sonsbeck. Hildegard von Bingen und Katharina von Bora trafen im Stück Sci vias "ökumenisch" aufeinander. Nachdem das Experiment gelungen ist, soll es regelmäßig Theateraufführungen im gotischen Gotteshaus St. Maria Magdalena geben. Von Peter Gottschlich

Am Sonntagabend erhielt Günter Hoebertz viel Lob. "Ich möchte mich ganz herzlich bedanken, dass Sie die Kirche als Theater geöffnet haben", bekam der Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena von einem Besucher mit auf den Weg. Eine Besucherin bedankte sich, nachdem der Applaus der 150 Besucher verklungen war: "Es war wunderbar."

Damit war das Experiment gelungen, wie der 47-Jährige die erste Theateraufführung im gotischen Gotteshaus bezeichnet hatte. Diese hatte ein ökumenisches Thema. Das Ensemble Theatrum, das im Schloss Hohenerxleben bei Magdeburg seine Künstlerwerkstatt hat, hatte das Stück "Sci vias - Wisse die Wege" gezeigt. Darin portraitiert es zwei lebensstarke Frauen der Kirchengeschichte, eine katholische und ein evangelische, deren Wege ökumenisch aufeinandertreffen.

Im ersten Teil setzt sich Hildegard von Bingen, die vor gut 900 Jahren geboren wurde und von Friederike von Krosigk gespielt wird, mit den Fragen nach der eigenen Identität, der Freiheit und der Mystik auseinander. Sie ist auf der Suche, wenn sie sich mit Jutta von Sponheim unterhält, die von Christiane Friebe gespielt wird. Oder wenn sie zusammen mit Bruder Vollmar (Danile Kurz) zum Lautenspiel singt. Im zweiten Teil macht sich Friederike von Krosigk als Katharina von Bora, die vor gut 500 Jahren geboren wurde, Gedanken über das geistige Leben im Kloster, das Christsein und die Liebe zu Reformator Martin Luther. Sie ist ebenfalls auf der Suche, wenn sie zum Beispiel mit ihrer Tante Magdalena von Bora (Christiane Friebe) spricht. In einer Hildegard-Erscheinung verbinden sich die Lebenswege der beiden Frauen.

Nachdem die Premiere gelungen ist, will Günter Hoebertz jetzt regelmäßig zu Theateraufführungen einladen. "Es ist ein Experiment, das nach Fortsetzung schreit", sagte der 47-jährige Pfarrer am Sonntagabend. Er könne sich zum Beispiel eine Theatervorstellung im Jahr vorstellen.

Schon als Pfarrer in Goch hatte der Pfarrer in diesem Turnus die Kirche für das Schauspiel geöffnet. Dabei hatte er auch mit dem Ensemble Theatrum zusammengearbeitet.

Quelle: RP
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