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Xanten
Zwischen Industrie, Kunst und Freizeit

Xanten: Zwischen Industrie, Kunst und Freizeit
Kunst im Bergpark: Der rote "Hase" des Düsseldorfer Künstlers Thomas Schütte. Die Kohlenmischhalle der Zeche (links) wurde 2015 Spielort für die Ruhrtriennale. FOTO: Martin Büttner
Xanten. Mit dem Bergpark Lohberg ist auf dem ehemaligen Zechengelände im Stadtteil Dinslakens ein Ort entstanden, an dem Besucher nicht nur ihre Freizeit verbringen, sondern auch Kunst und Industrie hautnah erleben können. Von Florian Langhoff

An der Zufahrt zum Bergpark Lohberg ist die Industriegeschichte des Geländes noch am ehesten zu erkennen. Der Wasserturm der ehemaligen Zeche - sie wurde 2005 stillgelegt - steht hier als Landmarke und erfüllt gleichzeitig einen neuen Zweck: Mit dem "Parkwerk" hat die niederländische Künstlerin Jeanne van Heeswijk hier ein Projekt geschaffen, an dem sich Menschen aus dem Stadtteil beteiligen können. Schon jetzt ist der Raum unter dem Wasserturm als kleines Café eingerichtet, das vom kommenden Sommer an dauerhaft geöffnet sein soll.

Vom Wasserturm aus können die Besucher ihren Blick schweifen lassen. An der einen Seite geht dieser hin zu den noch stehenden Industriegebäuden, die früher zur Zeche Lohberg gehörten. Ein erhaltenes Stück Industriekultur. Früher holten hier Bergleute auf der Zeche Lohberg die Kohle aus dem Boden. Daran erinnert noch das Gerüst des Förderturms, an dem man auf dem Lohberg-Corso entlangwandern kann. Doch im eigentlichen Bergpark bekommen Besucher auf acht Hektar Fläche einiges geboten.

Am Eingang des Parks lädt ein Weiher zum Verweilen ein. Auf den Stegkonstruktionen am Ufer kann man dem Wasser ganz nah sein. Daneben laden Sitzmöglichkeiten auf Stufen, die zum Seeufer führen, dazu ein, sich zu entspannen und den Enten zuzusehen, die auf dem Wasser ihre Kreise ziehen. Dazu bieten sich auch die anderen, zahlreichen Sitzplätze rund um den See an. Wer es aktiver angehen möchte, auch der ist im Bergpark an der richtigen Adresse.

Auf dem breiten Weg zwischen dem Pakgelände und dem in der Entstehung befindlichen Wohngebiet nebenan finden sich Radtrainer, an denen man seine Muskeln stählen kann. Und auch für den Bewegungsdrang der jüngsten Besucher ist gesorgt. Auf der ersten Bodenwelle, die sich, vom Weiher her kommend, erhebt, steht ein Gerüst mit Rutschbahnen. Überquert man die Bodenwelle oder läuft an ihr vorbei, findet sich dahinter eine weitere Erhebung, auf der sich neben einem Aufenthaltsplatz mit Bänken und Tisch auch Schaukeln und eine Fläche für die Trendsportart "Parkour" finden.

Hier bieten verschiedene Hindernisse aus Beton und Metallstangen zum Balancieren oder Hangeln die Möglichkeit, die eigenen Bewegungsfähigkeiten zu erproben. Angst vor Stürzen muss dabei niemand haben. Der rötlich eingefärbte Boden auf der Fläche federt gummiartig nach. In die Bodenwelle hat man einen Querschnitt durch ein Kohleflöz eingebaut, das an die Vergangenheit des Bergparks erinnert.

Aber natürlich müssen Besucher nicht unbedingt sportlich aktiv werden. Sie können auch einfach durch den Park schlendern und den Blick schweifen lassen. Über Rasenflächen mit Bodenwellen, auf den Weiher, die Bäume und Büsche auf der Halde, die den Bergpark überragt, oder auf die Kunstwerke.

Mit dem Projekt "Choreographie einer Landschaft" haben Künstler den Park mitgestaltet. Das "Parkwerk" ist eins davon, das so entstanden ist. Das aus Recyclingmaterial gefertigte "Kraftwerk" am Ufer des Weihers ein weiteres. In dem von den Künstlern Folke Köbberling und Martin Kaltwasser entworfenen Gebäude können Besucher auf umgebauten Fahrrädern in die Pedale treten und Strom erzeugen. So wird deutlich, wie viel Anstrengung nötig ist, um etwa eine Glühbirne zum Leuchten zu bringen.

Schon von weitem ist der rote Hase von Thomas Schütte zu sehen. Die Werke des Künstlers zierten schon den Trafalgar Square in London und den Central Park in New York. Auf dem Mittelpodest des ehemaligen Rundeindickers thront die Skulptur und lädt zur Betrachtung und Interpretation ein.

Etwas suchen muss man dagegen das kleinste Kunstwerk im Park: Künstler Jakob Kolding hat ein in Bronze gegossenes Kohlestück als Erinnerung an die Zeche, die hier lange Zeit stand, im Bergpark platziert. Wer einen Spaziergang durch den Park macht, kann diesen dazu nutzen, nach dem kleinen Kunstwerk Ausschau zu halten. Ein Ausflug in den Bergpark kann zu jeder Jahreszeit reizvoll sein, zumal sich die Anlage mit den Jahreszeiten auch immer etwas verändert, und es jeweils etwas Neues zu entdecken gibt. Langeweile kommt hier sicherlich nicht auf.

Quelle: RP
 
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