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Xanten
Zwölf mal zehn gleich Kunst am Ostwall

Xanten: Zwölf mal zehn gleich Kunst am Ostwall
Das Werk von Udo Sieberer vor dem Xantener Dom. Noch bis zum Sonntag, 26. Juni, ist die Open-Air-Ausstellung zu besichtigen. FOTO: Armin Fischer
Xanten. Der offene Kunstkreis Xanten feiert sein zehnjähriges Bestehen. Ganz in diesem Zeichen steht die Ausstellung in den Parkanlagen. Die außergewöhnliche Werkschau ist noch bis 26. Juni zu sehen. Von Erwin Kohl

Der offene Kunstkreis Xanten, mittlerweile auf 80 Mitglieder angewachsen, feiert in diesem Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Ganz in diesem Zeichen steht die aktuelle Ausstellung, die auf der Fläche der Ostwallanlagen in unmittelbarer Nähe zum Nibelungentor feierlich eröffnet wurde. Musste dieser Standort bislang immer von neuem beantragt werden, freut sich die Xantener Künstlerriege nun über die Ostwallwiese als feste Ausstellungsgelände.

"Wir konnten mit einem Bürgerantrag erreichen, trotz Kurparkkonzept zum festen Bestandteil in den Wallanlagen zu werden", freut sich Ralf Neuköther-von-Malottki, Künstler und Mitglied des Kreises, und hebt den kulturellen Wert für die Domstadt hervor: "Wir bieten allen Bürgern den kostenlosen Zugang zur Kunst. Das wird mittlerweile sogar von ganzen Schulklassen angenommen."

Selbstverständlich ist auch Neuköther-von-Malottki mit einem außergewöhnlichen Projekt vertreten. Die Schriftstücke in seinen zehn Glasröhren erinnern ein wenig an Flaschenpost aus dem nahen Rhein. Der eigentliche Gedanke dahinter ist aber ein anderer, erklärt der Künstler: "Es handelt sich um einzelne Seiten aus einem Lexikon meines Urgroßvaters. Sie sollen uns symbolisch daran erinnern, unsere Werte zu erhalten."

In der Installation von Melanie Wormland-Weinhold wird nicht nur das Jubiläum aufgegriffen. Die Xantenerin hat zehn Eimer auf Metallstangen gesteckt, die sich in luftiger Höhe im Wind bewegen. Das Besondere: Auf den Eimern hat sie die leicht entfremdeten Gesichter von zehn Mitgliedern der Künstlergruppe gemalt. "Uwe Strauch hat sich sofort wiedererkannt", erzählt sie begeistert.

Dessen Werk mit dem Titel "Du hast zehn Wünsche frei" steht direkt daneben und ist mit seinen Froschkönigen das Farbenfroheste. "Ich wollte den Kindern etwas bieten, die sich mit unserer Kunst auseinandersetzen. Sie müssen die Kunst verstehen, das ist ganz wichtig", berichtet er.

Irene Welbers aufragende Arme aus Beton bieten gleich eine ganze Reihe an Deutungsmöglichkeiten. "Hände können nicht nur sehr viele Gesten vermitteln, sie geben und nehmen auch", sagt die Künstlerin. Die römische Darstellung der Zehn wählte Maria d. C. Cavalcanti-Heinich. Ihr drei Meter hohes in Neongelb- und grün bemaltes Balkenkreuz hat die Form eines "X". Eine weitere Anlehnung an das Thema der Ausstellung hat sie dadurch erreicht, dass sie zehn Attribute Gottes von der Güte bis zur Weisheit in portugiesischer Sprache auf ihr Kunstwerk geschrieben hat. Die entsprechende Übersetzung und eine Erklärung zu den Hintergründen findet der Betrachter auf einem "Beipackzettel".

Übrigens: Wem ein Kunstwerk so gut gefällt, dass er sich am Liebsten in den heimischen Garten stellen möchte, darf sich gerne an die Künstler des Kreises wenden.

Die außergewöhnliche Ausstellung auf der grünen Wiese der Parkanlagen ist noch bis zum Sonntag, 26. Juni, zu besichtigen.

Quelle: RP
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