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Sonsbeck
Zwölfjähriger kämpft gegen Lkw-Lärm

Sonsbeck: Zwölfjähriger kämpft gegen Lkw-Lärm
Malte Joosten wohnt derzeit in Berlin, verlebt aber viele Wochen im Jahr in Sonsbeck. Vor dem Haus der Familie an der Hochstraße soll es endlich sicherer und ruhiger werden, fordert der Junge auf Flugblättern und kleinen Plakaten. FOTO: Armin Fischer
Sonsbeck. Malte Joosten will Lkw von der Hochstraße in Sonsbeck verbannen. Der Siebtklässler wirbt mit Flugblättern und kleinen Plakaten für eine Sperrung, die für mehr Sicherheit und auch für weniger Lärm sorgen soll. Von Heinz Kühnen

Mit einer außergewöhnlichen Aktion will Malte Joosten für mehr Ruhe in Sonsbeck sorgen. Er kämpft um ein Lkw-Verbot auf der Hochstraße. Das Besondere: Für die Kampagne mit Handzetteln und Plakaten ist ein Kind verantwortlich: Malte ist erst zwölf.

"Stoppt die Hochstraße!" steht mit noch ungelenker Kinderschrift auf Flugblättern. Und: "Eine Lkw-freie Hochstraße ist eine bessere Hochstraße." Die Frage, wie denn Sonsbeck aussehen soll, beantwortet der Verfasser mit einem Küken und als Alternative mit einem Ruß-Schornstein.

FOTO: Armin Fischer (arfi)

"Ich habe mich schon als kleines Kind geärgert, dass ich nicht allein vor die Tür gehen durfte, sagt Malte. Nicht zu Unrecht: Der Rad-/ Gehweg vor dem Haus der Großeltern eben an der Hochstraße ist eng. Dicht darauf donnern die Lastwagen durch den Ort. "Selbst wenn ich die Straße an der Ampel überquere, muss ich Angst haben vor den riesigen Lastern", sagt der Siebtklässler, der eigentlich in Berlin wohnt. Bei seiner Oma aber verbringe er alle Ferien und mindestens ein Wochenende im Monat, "also ein Viertel des Jahres, da geht mir der Krach der Lastwagen und am frühen Morgen der Rüben-Trecker ganz schön auf die Nerven."

Unbekannt ist das Thema in Sonsbeck keineswegs. Gerade noch gab es Diskussionen um eine Überquerungshilfe und eine Ampel. "Den Papp auf" hatte Malte allerdings, als er in der Rheinischen Post die Aussage eines heimischen Politikers las: Das sei vor 25 Jahren verbockt worden, jetzt sei nichts mehr zu machen. Malte Joosten: "Natürlich kann man Schilder aufstellen und den Lkw-Verkehr um die Stadt lenken."

Mutter Angela Joosten lässt ihren Sohn wirken: "Erstens weil er mit den Lkw Recht hat und zweitens, weil hier ohnehin was geschehen muss, wenn immer mehr Geschäfte dichtmachen."

Dass sich der Schüler des Europäischen Gymnasiums Bertha-von-Suttner in Reinickendorf bei seinen Aktionen vielleicht auch von seinen Eltern etwas abgeguckt hat, ist durchaus möglich. Die sind PR-Fachleute. Angela Joosten schwört allerdings: "Die Sache mit den Flugblättern und den Plakaten in Sonsbeck stammt ganz allein von ihm, und sein zehnjähriger Bruder Falk hilft ihm dabei."

Es wird sie also auch weiter geben, die Blätter und Schreiben an die Zeitung, die der Verfasser gern mit seiner E-Mail-Adresse und einem englischsprachigen "Impressum" versieht. Schließlich ist der vollauf begeistert vom bilingualen Zweig an seiner Schule und begeisterter Fan des Fußball-Bundesligisten Borussia Mönchengladbach: "Die kämpfen jetzt auch wieder."

Quelle: RP
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