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Duisburg/Wuppertal
Starkregen setzt A 59 unter Wasser

Duisburg/Wuppertal. In Duisburg und Grevenbroich wurden Tunnel überflutet. Autos steckten fest.

Erneut haben heftige Unwetter in NRW zu überschwemmten Straßen und vollgelaufenen Kellern geführt. Betroffen waren gestern vor allem das Ruhrgebiet, das Münsterland und die Region um Solingen und Wuppertal. Feuerwehr und Polizei mussten wie wieder zu Hunderten Einsätzen ausrücken. Nach Angaben der Feuerwehren wurde bis zum Abend aber niemand verletzt. In einigen Städten fielen laut Deutschem Wetterdienst (DWD) bis zu 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter. "Das Problem war, dass die Unwetter nur sehr langsam weiterzogen", sagte ein DWD-Sprecher.

Vielerorts konnte die Kanalisation den Wassermassen nicht standhalten. In Wuppertal schossen Fontänen aus den Kanälen und hoben Gullydeckel aus. Ein Linienbus steckte in den Wassermassen fest. Besonders vom Starkregen war auch Duisburg betroffen. Dort kam der Verkehr auf der Autobahn 59 zum Teil zum Erliegen. Der Tunnel an der Karl-Lehr-Straße, in dem sich auf der Loveparade vor sechs Jahren eine tödliche Massenpanik ereignet hatte, stand völlig unter Wasser. Autos steckten fest. Das Wasser reichte Augenzeugen zufolge bei vielen Autos bis zum Kofferraum.

Betroffen vom Unwetter war auch der Bahnverkehr. An einem S-Bahnhof in Essen kam es am Nachmittag zu einem Erdrutsch. Die Strecke der Linie S 6 wurde dort komplett gesperrt. Im Raum Essen/Mülheim liefen Keller und Unterführungen voll. Bäume knickten um und Äste fielen auf die Straßen. Auch dort wurden Gullydeckel herausgedrückt. In Grevenbroich wurde der Elsbachtunnel, die Hauptzufahrt zur Innenstadt, überflutet. Der Notruf war in einigen Städten zeitweise überlastet.

In anderen Teilen Deutschlands war es noch schlimmer: In Hamburg erklärte die Feuerwehr wegen eines schweren Unwetters mit Windhose den Ausnahmezustand. Es gab unzählige abgedeckte Dächer und vollgelaufene Keller. Die niedersächsische Kleinstadt Vechta stand zu drei Vierteln unter Wasser.

Die jüngsten Unwetter haben im Rheinland nach Schätzungen der Provinzial-Versicherung Schäden von mindestens rund 20 Millionen Euro hinterlassen. Besonders betroffen sind die Landwirte. So steht etwa Egon Kösters vor dem Nichts. Er baut in Sonsbeck Kartoffeln und Gemüse an. Mit Vorkosten erwartet er einen Verlust von 400.000 Euro. Gegen Wasser kann sich kein Landwirt versichern. Wie Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) bei ihrem gestrigen Besuch in Sonsbeck sagte, prüft die Regierung finanzielle Hilfen für die Betroffenen.

Dass die Bauern auf Landesmittel hoffen können, machte auch NRW-Umweltminister Johannes Remmel (Grüne) bei einem Besuch in Hamminkeln deutlich, wo er sich mit Regierungspräsidentin Anne Lütkes über die Schäden informierte. Heute werde es mit dem Landwirtschaftsverband Gespräche dazu geben. Für Schäden in Privathaushalten werde das Land aber nicht aufkommen können. Kraft machte aber ihr Mitgefühl deutlich: "Da verschwinden Erinnerungen - der persönliche Verlust schmerzt sehr."

Quelle: RP
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