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Mahnmal zur Erinnerung an ermordete Neusser Juden

Als Standort für das 1995 von Ulrich Rückriem errichtete Mahnmal wurde ganz bewusst die Nähe zur ehemaligen Synagoge gewählt, die von 1867 bis zur Reichspogromnacht am 9.11.1938, als SA-Männer sie zerstörten, an der Promenadenstraße gestanden hat. Der international berühmte Bildhauer Ulrich Rückriem wurde mit der Arbeit beauftragt. Er wählte einen Granitstein, der 2,70 Meter hoch und 30 Tonnen schwer ist und  schuf daraus ein Gehäuse mit drei offenen Seiten. Die Öffnungen geben den Blick frei auf polierte dunkle Tafeln, auf denen die Namen der 208 ermordeten und deportierten Neusser Juden verzeichnet sind. Die vordere Tafel enthält folgenden Text:„Hier gegenüber stand die 1867 eingeweihte Synagoge der jüdischen Gemeinde von Neuss. Am 9. November 1938 wurde sie von SA-Leuten, unter denen auch Bürger dieser Stadt waren, geschändet und niedergebrannt. Das Vergessenwollen verlängert das Exil, und das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.“ Der 1938 geborene Rückriem ist in Neuss-Helpenstein aufgewachsen und arbeitete nach seiner Steinmetzlehre unter anderem an der Dombauhütte in Köln. Er begann später, als freier Künstler aktiv zu werden. 

Mahnmal, das an die Ermordung und die Deportation Neusser Juden erinnert. Es führt dem Betrachter vor Augen, dass auch die Stadt Neuss nicht vom Nazi-Terror verschont wurde. Das Mahnmal von Ulrich Rückriem zählt zu den bedeutendsten Werken der Erinnerungskunst im Rhein-Kreis.

 
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