Top 10 Rheinland
Wipperkotten

Top 10 Rheinland: Wipperkotten
Im original erhaltenen Schleifkotten, dem "Wipperkotten", arbeiten noch heute Solinger Heimarbeiter mit Wasserkraft. FOTO: Martin Kempner
Kulturgeschichte hautnah erleben, sich dabei handwerklich betätigen und zudem etwas Nützliches schaffen – das alles kann ein Ausflug in den Wipperkotten bieten.

Der Wipperkotten wird bereits im Jahr 1605 in den Pachtaufzeichnungen des Gutes Nesselrode erwähnt. Wie alle Schleifkotten zwischen Wupperhof und Wipperaue war auch der Wipperkotten, neben dem sich seit 1673 ein weiterer Wasserkotten („Schaafenkoten“) befindet, bis 1809 gegenüber dem Nesselroder Lehnsherrn abgabepflichtig.

1783 brannte der Doppelkotten ab – ausgelöst durch einen Gewehrschuss umherziehender französischer Truppen, der das Strohdach entzündete. Als der Innenkotten nach seinem Wiederaufbau 1858 abermals abbrannte, wurde er in der heute erhaltenen Form wieder aufgebaut.

Der Außenkotten behielt seinen Grundriss, wurde aber aufgestockt. 1954 ging der Innenkotten in Privathand über und es entstanden Wohn-, Atelier- und Ausstellungsräume. Den Schleifern war es zu verdanken, dass auch die dem Verfall preisgegebene Schleifanlage erhalten werden konnte und unter Denkmalschutz gestellt wurde. Die Schleifer pflegten und warteten das Wasserrad und die Wassergräben, betrieben Bauunterhaltung und beseitigten in den vergangenen Jahren auch die Hochwasserschäden.

Den Status eines Eigentümers der Schleiferei Wipperkotten besitzt heute ein Förderverein, der einen Erbbaurechtsvertrag mit der Stadt Solingen abgeschlossen hat.

Bei einem Besuch des Wipperkottens sollte man seine mehr oder weniger stumpf gewordenen Messer und Klingen in der Tasche dabei haben. Wer den Schleifservice in Anspruch nimmt, leistet gleichzeitig einen kleinen Beitrag zum Erhalt des Kulturguts Wipperkotten.

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