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Düsseldorf
Verdi: Poststreik wird noch wochenlang nachwirken

Hintergrund: Kleine Geschichte der Deutschen Post
Hintergrund: Kleine Geschichte der Deutschen Post FOTO: AP
Düsseldorf. Der längste Poststreik seit mehr als 20 Jahren ist zu Ende gegangen. Rund 30.000 Beschäftigte hatten seit Ostern an 52 Streiktagen die Arbeit niedergelegt. Seit Mitternacht arbeiten die Post- und Paketboten wieder regulär. Am Sonntagabend einigten sich die Gewerkschaft Verdi und die Deutsche Post nach einem mehr als 40-stündigen Verhandlungsmarathon. Wie lange es ab jetzt dauern wird, die liegengebliebenen Briefe und Pakete zuzustellen, ist noch nicht absehbar.

"Im Laufe der Woche sollten fast alle Kunden ihre Post erhalten haben", sagte ein Post-Sprecher. Personalchefin Melanie-Kreis hatte angekündigt, dass sich die Arbeit in den meisten Zustellbezirken innerhalb weniger Tage normalisiere.

Eine Einschätzung, die Verdi für unrealistisch hält. "Das ist überhaupt nicht vorstellbar", sagte gestern ein Sprecher in NRW. Denn die Auswirkungen des Poststreiks werden noch mehrere Wochen zu spüren sein. "Erst in ein, zwei Wochen ist überhaupt abschätzbar, wie lange es dauern wird, alle liegengebliebenen Sendung zu verteilen", erklärte er. Denn in den Verteilzentren würden sich Briefe und Pakete stapeln, wie auch in Lagerhallen, die die Post im Verlauf des Streiks genutzt hatte. Mitarbeiter hatten Verdi wiederholt Fotos der überfüllten Verteilzentren zugeschickt.

So sei zum Beispiel im Zustellbereich Düsseldorf sehr viel Post liegengeblieben, erklärte der Verdi-Sprecher. Denn dort habe ein beträchtlicher Anteil der Post-Mitarbeiter, rund 1.300, über Wochen gestreikt. In ganz NRW waren zuletzt laut Gewerkschaft 7.500 Mitarbeiter dem Streikaufruf gefolgt, zu Anfang des Ausstandes beteiligten sich 4.500.

"Wie sehr sich der Streik auf die Zustellbereiche ausgewirkt hat, hängt vor allem von der Beschäftigungsstruktur ab", erklärt der Gewerkschafter. Zum Beispiel davon, ob die Post Beamte oder Aushilfskräfte eingesetzt habe. So sei in Bonn verhältnismäßig wenig liegengeblieben.

Die Deutsche Post wollte die Situation in den Verteilzentren nicht kommentieren. Der Sprecher betonte aber, dass trotz des Streiks 80 Prozent der Briefe und Pakete ausgeliefert worden seien.

(joh)
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