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Essen
Verdrecktes Flüchtlingsheim in Essen

Essen. Eine Familie nahm Bilder von verschmutzten Sanitäranlagen auf. Von Tim Specks

Eine bis zum Rand gefüllte, anscheinend verstopfte Toilette und eine mit Fäkalien beschmierte WC-Anlage - Bilder, die in einem Flüchtlingsheim im Essener Stadtteil Karnap aufgenommen worden sein sollen, deuten auf untragbare Hygiene-Zustände in der Unterkunft hin. Festgehalten wurden sie von einer Familie, die in dem Heim untergebracht ist.

Warum genau es zu diesen Zuständen gekommen ist, ist unklar. Die Unterkunft wird von der European Homecare betrieben, einem Familienunternehmen, das soziale Dienstleistungen anbietet. Ein Sprecher des Unternehmens gab an, die sanitären Anlagen in der Unterkunft würden dreimal täglich von einer Reinigungsfirma gesäubert. Der European Homecare sei zudem bekannt, wer die Bilder der Verschmutzungen aufgenommen und verbreitet habe. "Es handelt sich um eine Familie, die durch die Bilder einen Umzug aus der Unterkunft in ein Haus provozieren will", so ein Sprecher. Vermutlich seien den Betroffenen vor ihrer Einreise falsche Angaben über ihre zukünftige Unterbringung gemacht worden.

Der Leiter des Essener Sozialamts, Hartmut Peltz, kann diese Vermutungen nicht bestätigen. Er betont aber, dass zumindest die Verstopfung vorsätzlich herbeigeführt wurde. Angeblich sei ein Getränkekarton in die Toilette gestopft worden. Für die Zustände auf den WC-Anlagen sei aber wohl eine größere Gruppe verantwortlich. "Viele der Bewohner halten sich nicht an die Regeln und sind auch nicht zu einem angemessenen Sozialverhalten anhaltbar", so Peltz. Auch komme es vor, dass Bewohner der Unterkunft sich nicht verantwortlich fühlten, die Sanitär-Anlagen sauber zu halten. "Die sagen dann: ,Das ist eure Aufgabe.'"

Die betroffene Unterkunft ist eine von rund 30 im Essener Stadtgebiet. Rund 510 Menschen leben in dem Heim, das theoretisch Platz für 680 Menschen bietet. Für die Flüchtlinge stehen in mehreren Bereichen insgesamt 40 Toiletten bereit. Laut der Stadt Essen wird das Heim etwa alle zwei Wochen unangemeldet kontrolliert - auch auf die Hygiene in den Sanitär-Anlagen hin. Bisher sei die Sauberkeit in der Unterkunft laut der Protokolle nie beanstandet worden. Auch mit der European Homecare gebe es grundsätzlich keine Probleme.

Quelle: RP
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