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Düsseldorf
Vergewaltigte 90-Jährige: Justiz streitet mit Politik

Düsseldorf. Der 19-Jährige, der am Wochenende unter dem dringenden Verdacht festgenommen wurde, eine Seniorin in der Düsseldorfer Altstadt vergewaltigt zu haben, war zuvor wegen eines Raubüberfalls verurteilt worden.

Der Spanier, der in Düsseldorf keinen Wohnsitz hat, sei weder als Serienstraftäter aufgefallen noch sei er grundlos aus der Untersuchungshaft entlassen worden, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft gestern und wies Kritik an den Justizbehörden zurück. Der jetzt als mutmaßlicher Sexualstraftäter inhaftierte Heranwachsende war demnach im Mai festgenommen worden, nachdem er einen 17-Jährigen attackiert und ihn gezwungen hatte, Bargeld und Handys herauszugeben. Der schon seinerzeit wohnungslose junge Mann sei in U-Haft gekommen und nach rund zwei Monaten Anfang August von einem Jugendrichter zu vierwöchigem Dauerarrest verurteilt worden.

Weil diese Strafe mit der U-Haft bereits verbüßt war, habe der Beschuldigte das Gericht als freier Mann verlassen dürfen. Weil der 19-Jährige bis dahin nie bei der Justiz aktenkundig gewesen sei, handele es sich um ein absolut übliches Vorgehen, so der Sprecher. Nach der Festnahme des 19-Jährigen hatten Politiker am Wochenende der Justiz Nachlässigkeit vorgeworfen.

(sg)
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