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Düsseldorf
VRR testet Smartphone-Tarif

Düsseldorf. Das Unternehmen will zudem ab 2020 wasserstoffbetriebene Züge einsetzen. Von Maximilian Plück

Die schlechte Nachricht für die Kunden des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) vorweg: Die Ticketpreise dürften in Zukunft weiter steigen. "Beim Tarif sehen wir noch Preisspielräume", sagte VRR-Vorstand José Luis Castrillo gestern bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2015 in Gelsenkirchen und verwies insbesondere auf den Bereich Schienennahverkehr mit einem "guten Angebot im Vergleich zu anderen Verbünden". "Lineare und strukturelle Tarifmaßnahmen" heißt das, was auf die Kunden da zurollt, in der VRR-Fachsprache - also neben einer grundsätzlichen Anhebung auch Veränderungen innerhalb der Tarifstruktur. Wie stark die Preise steigen werden, steht allerdings noch nicht fest. Der VRR hat im vergangenen Jahr mit 1,2 Milliarden Euro seine Einnahmen gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent gesteigert.

Ändern könnte sich die Art, wie Kunden ihr Ticket ziehen: Für das kommende Jahr plant der Verbund den Testbetrieb einer neuen Smartphone-Anwendung. Beim sogenannten eTarif bestätigen die Kunden beim Betreten der Bahn per Handy, dass sie losfahren. Per GPS erfasst das Smartphone dann kilometergenau, wie weit der Fahrgast unterwegs ist. Beim Verlassen des Verkehrsmittels meldet sich der Fahrgast wieder ab. Von Vorteil ist das Castrillo zufolge für all diejenigen, die nur eine Station weiter in die nächste Tarifzone fahren. Der VRR verschweigt aber nicht, dass das System für einige Kunden teurer werden könne. 2017 soll der eTarif zunächst von rund 1500 Fahrgästen getestet werden. Verläuft der Pilotbetrieb erfolgreich, will der VRR den eTarif verbundweit anbieten.

Ebenfalls an Smartphone-Nutzer richten sich die geplanten Verbesserungen der VRR-App. Diese soll künftig anzeigen können, wenn an einem Bahnhof eine Rolltreppe oder ein Fahrstuhl defekt ist. Das erhöhe den Druck auf die Betreiber, schneller zu reagieren, sagte VRR-Chef Martin Husmann.

Eine weitere Neuerung: Im Münsterland sollen von Dezember 2020 an mit Brennstoffzellen betriebene Züge unterwegs sein. Die Züge werden von Alstom gebaut, den Wasserstoff wird voraussichtlich Air Liquide liefern. Das System sei umweltfreundlich und wirtschaftlicher als die Umstellung auf Elektrozüge, sagte Husmann.

Quelle: RP
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