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Düsseldorf
Weitere Beratungszentren für Behinderte geplant

Düsseldorf. Das Land will in jedem der fünf Regierungsbezirke eine Beratungsstelle für Menschen mit Behinderung einrichten. Dies betonte die SPD-Sozialexpertin Inge Howe. In Dortmund und Köln werden bereits zwei dieser "Kompetenzzentren" erprobt. Allein in Dortmund gebe es Tausende von Nachfragen. Weitere Standorte sind Bielefeld und Münster. Wo im Regierungsbezirk Düsseldorf ein solches Zentrum eingerichtet wird, soll erst im nächsten Monat bekanntgegeben werden, da die Bewilligungszusage für die EU-Gelder noch nicht vorliege, sagte Howe. Pro Einrichtung, für die jeweils viereinhalb Stellen vorgesehen sind, stünden rund 330.000 Euro im Jahr zur Verfügung. Die Mittel werden zur Hälfte von Land und EU aufgebracht.

Die Zentren sollen die Menschen rund um das Thema Behinderung beraten und sie auf dem Weg zu einem selbstbestimmten Leben unterstützen, sagte die SPD-Politikerin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende. "Viele Behinderte kennen ihre Rechte nicht", fügte sie unter Hinweis auf Unterstützungsleistungen hinzu. Mit dem Netzwerk aus Kompetenzzentren, denen Anfang 2017 eine übergeordnete Koordinierungsstelle in Gelsenkirchen folgen soll, sei NRW bundesweit Vorreiter. Baden-Württemberg habe Interesse an diesem Modell.

Howe verwies auf die neue gesetzliche Regelung in NRW, wonach auch Behinderte mit Vollbetreuung ein Wahlrecht haben. Für Blinde soll es Wahlschablonen geben, damit sie bei Kommunal- und Landtagswahlen selbst den Wahlzettel ausfüllen können und nicht auf die Hilfe einer Begleitperson angewiesen sind. Außerdem soll umfangreiches, behindertengerechtes Wahlmaterial zur Verfügung stehen.

Allein in Nordrhein-Westfalen mit seinen 18 Millionen Einwohnern leben 2,6 Millionen Menschen mit Behinderung; etwa 1,7 Millionen von ihnen gelten als schwerbehindert.

(hüw)
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