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Bochum
Ziegen und Ponys verenden auf Bochumer Gnadenhof

Bochum. Mehrere Ziegen und Ponys eines Gnadenhofs in Bochum-Wattenscheid sind möglicherweise vergiftet worden. Die Besitzerin fand am Donnerstag ein totes Pony und drei tote Ziegen auf einer Weide ihres Hofes und alarmierte einen Tierarzt und die Polizei. Gestern starb nach Angaben der Besitzerin ein weiteres Pony, das in eine Tierklinik gebracht worden war. Eine Ziege musste eingeschläfert werden. Die Polizei stellte Wasser, Heu und andere Futtermittel auf dem Hof sicher. Zwei der verendeten Tiere werden nun obduziert, um die genaue Todesursache festzustellen. Von Leslie Brook

Ermittelt wird gegen Unbekannt wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz sowie Sachbeschädigung. Die Betreiberin des Gnadenhofes wird laut der Bochumer Polizei als Zeugin vernommen. "Ob die Tiere vergiftet worden sind, ein Virus hatten oder etwas Falsches gefressen haben, wissen wir noch nicht", sagte ein Polizeisprecher. Leider sei nicht auszuschließen, dass in den nächsten Tagen weitere der Tiere sterben werden. Als die Polizei den Hof inspizierte, hätten mehrere Tiere apathisch gewirkt, abseits gestanden oder gezittert.

Die Polizei arbeitet in diesem Fall eng mit dem Veterinäramt zusammen. Ein Tierarzt nahm die Tiere in Augenschein. Zunächst wurden sie auf eine andere Weide umgesiedelt, später dann auf drei Tierkliniken in der Region verteilt. "Der Zustand der Tiere verschlechtert sich meist binnen Minuten", sagt Karin Jericho, die den Gnadenhof zusammen mit ihren Töchtern betreibt. In der Klinik sei eine Ziege, von der es zunächst hieß, ihr Zustand sei in Ordnung, plötzlich zusammengebrochen, und man habe sie einschläfern müssen.

Einen Verdacht, wer den Tieren das angetan haben könnte, hat Jericho nicht. "Wir haben keine Feinde hier", sagt sie. Erst vor wenigen Wochen war der Gnadenhof innerhalb des Stadtteils umgezogen, weil der Pachtvertrag gekündigt worden war und die Stadt das Grundstück verkauft hatte. Doch man sei von den Nachbarn am neuen Standort freundlich begrüßt worden, sagt die 53-Jährige, die den Gnadenhof vor etwa zehn Jahren langsam aufgebaut hat. Damals fing sie mit einem Pferd an, dann rettete sie 2013 mehrere Fohlen. Zuletzt kümmerte sie sich um drei Pferde, neun Ponys, sechs Ziegen und drei Gänse.

Aus ihrem Umfeld erfahren Jericho und ihre Töchter viel Zuspruch. Eine Nutzerin schreibt in einer Wattenscheider Facebook-Gruppe: "Ich kann meine Bestürzung gar nicht in Worte fassen. Mein Weihnachtsgeschenk ist gestrichen, und stattdessen werde ich das Geld an den Gnadenhof spenden. Auch wenn es nicht viel ist. Ich denke, jetzt zählt jeder Euro."

Quelle: RP
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