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Düsseldorf
Zwei Verdächtige nach Brand in Haft

So wurde das Feuer in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft gelöscht
So wurde das Feuer in der Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft gelöscht FOTO: dpa, ve kno
Düsseldorf. Flüchtlinge sollen nach Streit um Ramadan die Halle angezündet haben.

Einen Tag nach dem Brand in einer Düsseldorfer Flüchtlingsunterkunft wurden zwei Verdächtige dem Haftrichter vorgeführt. Polizei und Staatsanwaltschaft gehen davon aus, dass die Männer an der Brandstiftung in der Lagerhalle der Messe beteiligt waren. Beide sollen 26 Jahre alt sein und aus Nordafrika stammen, die Polizei überprüft die Angaben aber noch. Einer soll laut einem Zeugen das Feuer gelegt haben, wohl indem er Schnaps auf einer Matratze verschüttete und anzündete. Der andere gilt laut Staatsanwaltschaft als "Rädelsführer" einer Gruppe von Nordafrikanern und soll vor Zeugen gesagt haben, die Brandstiftung sei nötig gewesen, "damit wir unser Ziel erreichen". Gegen sechs weitere Beschuldigte wird ermittelt, sie wurden aber zunächst freigelassen.

Die Lagerhalle war am Dienstagmittag ausgebrannt, die Rauchsäule war in der ganzen Stadt zu sehen. Das Gebäude muss abgerissen werden. Der Schaden beträgt nach ersten Schätzungen zehn Millionen Euro. 30 Menschen wurden leicht verletzt. Die Stadt hat die rund 280 Flüchtlinge auf andere Düsseldorfer Unterkünfte verteilt.

Das Motiv für die Tat war nach den Erkenntnissen der Ermittler, dass die Gruppe unzufrieden mit der Unterbringung war. Insbesondere soll es immer wieder Ärger ums Essen gegeben haben, außerdem Streit mit anderen Flüchtlingen. Weil die meisten Bewohner während des Fastenmonats Ramadan am Mittag nichts essen, war das Angebot zu dieser Mahlzeit eingeschränkt. Das soll der Gruppe nicht gepasst haben. Vor dem Brand gab es laut Staatsanwaltschaft eine konkrete Drohung, außerdem brannte vor zwei Wochen bereits eine Matratze in der Unterkunft. Damals fand sich aber kein Tatverdächtiger.

Die Polizei hatte mit einem Großaufgebot an Ermittlern an dem Fall gearbeitet. Noch am Abend nach dem Brand wurden alle Flüchtlinge aus der Einrichtung befragt. Dabei ergaben sich schnell Hinweise auf die Verdächtigen.

(arl)
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