Paar will in Ankara heiraten: 14-jährige Türkin zur Hochzeit nach Hause gereist
zuletzt aktualisiert: 31.01.2001 - 11:24Istanbul/Ankara (dpa). Nachdem deutsche Behörden einer 14 Jahre alten Türkin eine Hochzeit mit einem 33 Jahre alten Deutschen verweigert haben, ist das Mädchen nun zur Hochzeit in die Türkei gereist. Wie die türkische Zeitung "Hürriyet" am Mittwoch berichtete, ist Didem am Dienstag von Frankfurt nach Ankara geflogen. Auch der 33 Jahre alte Deutsche ist nach Angaben von Verwandten des Mädchens von Düsseldorf aus in die Türkei geflogen.
"Sie tun in der Türkei nun das, was sie hier nicht tun können", sagte die Verwandte. Dem Bericht zufolge will das Paar in Kürze in Ankara heiraten. Ein Termin stehe noch nicht fest. Am 13. Februar wolle das Paar dann wieder nach Deutschland zurückfliegen, hieß es.
Der Fall beschäftigt bereits die deutsche Justiz: Die Stadt Koblenz hatte Strafanzeige wegen des Verdachts einer geplanten Scheinehe gestellt. Die Ausländerbehörde vermute, dass dem Mädchen mit der Ehe ein dauerhaftes Bleiberecht in Deutschland gesichert werden sollte. Das Koblenzer Standesamt hatte sich geweigert, das Paar zu trauen. Es hielt die Trauung aus rechtlichen Gründen für unzulässig. Zwar gelten bei gemischt-nationalen Ehen für jeden Verlobten jeweils die Gesetze des Heimatstaates und nach türkischem Recht könnte die 14-Jährige mit einer Ausnahmegenehmigung tatsächlich heiraten.
Die Rechtsnorm eines anderen Staates sei jedoch "nicht anzuwenden, wenn ihre Anwendung zu einem Ergebnis führt, das mit wesentlichen Grundsätzen des deutschen Rechts offensichtlich unvereinbar ist", hießb es. Nach den deutschen Gesetzen dürfen Jugendliche mit Zustimmung der Eltern frühestens mit 16 Jahren heiraten.
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