| 17.32 Uhr

Ökumene
Papst Franziskus: "Luther und Reformation neu bewerten"

Papst fordert: Luther und die Reformation neu bewerten
Papst Franziskus hat zu mehr Offenheit gegenüber den Protestanten aufgerufen. FOTO: dpa, mau ase kno mbk
Vatikanstadt. Papst Franziskus hat die katholische Kirche zu mehr Offenheit gegenüber den Protestanten aufgerufen. In einem Redemanuskript ermuntert er Katholiken und Lutheraner, gemeinsame Gespräche fortzusetzen.

Der Papst halte es für grundlegend, "dass die katholische Kirche mutig eine aufmerksame und ehrliche Neubewertung der Absichten der Reformation und der Person Martin Luthers unternimmt", heißt es in einem Redemanuskript des Papstes. 

Franziskus hatte die Ansprache ursprünglich bei seinem Besuch in der deutschsprachigen lutherischen Gemeinde Roms am Sonntag verlesen wollen, dann jedoch eine freie Rede gehalten. Stattdessen wurde sie jetzt von der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" veröffentlicht. 

Katholiken hätten die gleiche Taufe erhalten wie Protestanten, so der Papst darin. Die Entstehung der evangelischen Gemeinschaft sollten sie vor dem Hintergrund einer "Ecclesia semper reformanda" sehen, einer stets zu reformierenden Kirche, fordert er. Dies folge auch der "großen Spur" des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-1965), mit dem sich die katholische Kirche für die moderne Welt geöffnet habe.

Historische Rede: Papst Franziskus bei UN-Vollversammlung FOTO: dpa, mkx fdt

Weiter ermuntert Franziskus Lutheraner und Katholiken, ihr theologisches Gespräch fortzusetzen. "Nach fünfzig Jahren ökumenischen Dialogs zeigen uns die erreichten Bemühungen, dass all das, was uns verbindet, schon viel mehr ist als das, was uns noch trennt." Mit der richtigen Zuversicht in diesen Dialog könnten auch die Fragen nach dem Verständnis von Kirche, Eucharistie und Amt angegangen werden.

Schon jetzt können die Konfessionen nach seinen Worten aber durch die gemeinsame Arbeit für Arme, Alte, Flüchtlinge und andere Notleidende auf dem Weg zur Einheit weiter vorangehen. Dies gelte auch für das gemeinsame Gebet und ökumenische Gottesdienste.

(KNA)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Papst fordert: Luther und die Reformation neu bewerten


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.