Kurioser Karneval-Ritus in Italien: 200 Verletzte bei Apfelsinen-Schlacht
zuletzt aktualisiert: 06.03.2000 - 10:54Ivrea (dpa). Jede Schlacht fordert ihre Opfer, auch im Karneval: Beim traditionellen Apfelsinen-Werfen in Ivrea bei Turin sind fast 200 Jecken unter der Wucht der vitaminhaltigen Wurfgeschosse zu Boden gegangen. Für die meisten endete das Spektakel am Sonntag im Rot-Kreuz-Zelt, 30 Menschen mussten mit Nasenbein-Brüchen und Prellungen ins Krankenhaus. "Nichts Besonderes, das passiert jedes Jahr", kommentierten Zeitungen am Montag das raubeinige Treiben.
Die Apfelsinen-Schlacht von Ivrea ist der skurrilste Karnevals- Ritus in Italien. Mehrere Mannschaften des kleinen Ortes bewerfen sich unter Anfeuerungsrufen des Publikums mit Tonnen von Orangen. Zum Abschluss wird am Faschingsdienstag das beste Team prämiert. Das närrische Treiben geht bis ins Mittelalter zurück, als die Einwohner von Ivrea einen ungeliebten Feudalherren mit Wurfgeschossen verjagt haben - damals waren es aber noch Bohnen.
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