Andalusische Karfreitags-Prozession gestört: 60 Verletzte bei Massenpanik während Prozession in Sevilla
zuletzt aktualisiert: 21.04.2000 - 18:02Sevilla (dpa) . Bei einer Massenpanik während der traditionellen Karfreitags-Prozession sind in Sevilla etwa 60 Menschen zumeist leicht verletzt worden. Die Panik war nach Fernsehberichten offenbar gezielt von jugendlichen Randalierern ausgelöst worden, die am frühen Morgen an mehreren Punkten gleichzeitig schreiend durch das Zentrum der südspanischen Stadt rannten. Die Polizei nahm einen 26-Jährigen fest, der mit einem großen Messer in der Hand zahlreiche Zuschauer bedroht hatte. Bei dem Festgenommenen handele es sich um einen bekannten Kleinkriminellen, hieß es.
Mehr als eine halbe Million Menschen verfolgte zu dieser Zeit den Umzug der sechs größten Bruderschaften Sevillas mit ihren fast 9 000 Teilnehmern. Die Prozession ist der Höhepunkt der Karwoche in Andalusien.
Bis auf drei Verletzte mit Knochenbrüchen konnten die Opfer ambulant versorgt werden, teilten die Rettungskräfte mit. In der durch die Panik ausgelösten Menschenlawine waren vor allem ältere Gläubige gestürzt und hatten sich Prellungen oder Schürfwunden zugezogen. Andere fielen in Ohnmacht oder mussten wegen Nervenkrisen behandelt werden. Viele Menschen hatten sich wegen der Tumulte in die Kneipen der Altstadt geflüchtet. Berichte, die Panik sei durch den Knall einer geborstenen Wasserleitung ausgelöst worden, wiesen die Behörden zurück. Es war das erste Mal, dass es bei der Prozession in Sevilla zu derartigen Vorfällen kam.
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