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Traunstein
93-Jährige stirbt nach Tod des Sohnes an Unterversorgung

Traunstein. Nach dem Tod ihres Sohnes ist eine 93 Jahre alte, demenzkranke Frau hilflos in der gemeinsamen Wohnung gestorben. Das Familiendrama spielte sich in einem Mehrfamilienhaus im bayerischen Traunstein ab. Nach Polizeiangaben war zunächst der Sohn eines natürlichen Todes gestorben, die Mutter kam daraufhin qualvoll durch Unterversorgung ums Leben.

Wann genau das Drama seinen Lauf nahm, war gestern noch unklar. "Es dürfte aber erst vor wenigen Tagen gewesen sein", sagte ein Polizeisprecher. "Das ist nicht einer dieser Fälle, wo die Toten wochenlang nicht entdeckt werden - die beiden lebten in einer funktionierenden Nachbarschaft." Hausbewohner hatten Alarm geschlagen, als sich immer mehr Post vor der Tür der Opfer ansammelte. Am Donnerstagabend entdeckten Beamte dann das Geschehen in der Wohnung. Fremdverschulden schlossen die Ermittler laut Mitteilung aus.

Der Sohn hatte sich in der Wohnung selbstständig um die Mutter gekümmert, regelmäßige Besuche einer Sozialstation gab es nicht. Der Polizeisprecher sprach in dem Zusammenhang von einem erschütternden Fall. "Dass jemand unbemerkt verstirbt, kommt vor, dass dann aber eine weitere Person hilflos ebenfalls sterben muss, ist schon besonders tragisch."

(dpa)
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