Bild der Prinzessin bekommt Kratzer: Aids-Stiftung kritisiert Prinzessin Diana
zuletzt aktualisiert: 30.06.2001 - 11:22London (rpo). Prinzessin Diana, die an diesem Sonntag 40 Jahre alt geworden wäre, ist vom Chef der britischen Aids-Stiftung in ungewöhnlich heftiger Weise kritisiert worden. Knapp vier Jahre nach Dianas Unfalltod in Paris sagte Prof. Michael Adler im britischen Fernsehen ITV, die Arbeit mit Diana habe "mehr Ärger als Nutzen gebracht".
Adler, der anfänglich voll des Lobes für den Einsatz der Prinzessin zu Gunsten Aidskranker war, sagte, er habe später seine Meinung geändert. Beispielsweise habe Diana bei einem Besuch darauf bestanden, die aidskranke Aileen Getty und einen ganzen Tross Journalisten zu einem Patientenseminar von Adlers National Aids Trust mitzubringen.
"Sie kann doch nicht all diese Leute mitbringen. Dies sind Patienten, mit denen wir zu tun haben. Dies ist kein Zoo, dies ist kein Aquarium", wetterte Adler damals über die Prinzessin. In dem Fernsehbeitrag, der zum Geburtstag der Prinzessin ausgestrahlt wurde, sagte der Professor: "Das war so ein Beispiel dafür, dass sie die Dinge falsch sah. Sie versuchte manchmal, ein Ereignis, das eigentlich sehr ernst war, für einen völlig anderen Zweck zu benutzen. Wir waren darüber sehr wütend."
Britische Medien werteten Adlers Kritik an Diana als Teil einer Neubewertung der Prinzessin in der britischen Öffentlichkeit. In den vergangenen Monaten sind immer mehr Artikel über die zwei Gesichter der Prinzessin erschienen, die sich in der Öffentlichkeit engelsgleich um Leidende und Kranke gekümmert habe, jedoch hinter verschlossenen Türen jedoch unausstehlich gewesen und ihre Mitarbeiter angeschrien und beschimpft habe. Die britische Nachrichtenagentur PA schrieb am Samstag: "Je mehr über die tote Prinzessin geschrieben und gesprochen wird, desto mehr wird ihr fast heiliges öffentliches Image beschädigt."
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