Ukraine: 100 Tote bei Grubenunglück befürchtet
zuletzt aktualisiert: 19.11.2007 - 21:00Kiew (RPO). Beim schwersten Grubenunglück in der Ukraine seit Jahren sind offenbar bis zu 100 Arbeiter ums Leben gekommen. Am Montag wurde der Tod von 80 Kumpeln bestätigt, für 20 weitere, die noch vermisst wurden, bestand kaum noch Hoffnung.
Die Rettungsbemühungen nach der Methangasexplosion vom Sonntagmorgen wurden von anhaltenden Bränden und herabstürzenden Felsen behindert.
Rund 360 Kumpel konnten aus der Grube Sasjadka in der südöstlichen Region Donezk gerettet werden. Dort hatte sich am Sonntag gegen 03.00 Uhr morgens in mehr als 1.000 Metern Tiefe die Explosion ereignet. Danach brach ein Feuer aus, Felsbrocken blockierten die Stollen.
Ein Überlebender beschrieb, wie er über die Leichen seiner Kollegen hinwegsteigen musste, um ins Freie zu gelangen. Präsident Viktor Juschtschenko ordnete eine Untersuchung des Unfallhergangs an.
Angehörige der Opfer warfen dem Direktor der 49 Jahre alten Mine mangelnde Sicherheitsvorkehrungen vor. Ministerpräsident Viktor Janukowitsch, dessen pro-russische Partei im Donezk-Becken ihre Hochburg hat, sprach indessen von einer tragischen Naturkatastrophe. Allerdings gehören die ukrainischen Bergwerke zu den gefährlichsten der Welt.
Die Gruben sind sehr tief, die verwendeten Geräte oft veraltet und die Sicherheitsstandards meist gering. Beim letzten schweren Unglück kamen im März 2000 insgesamt 81 Bergleute ums Leben.
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