Benedikt XVI. in Lourdes: 150.000 besuchen Papst-Messe
zuletzt aktualisiert: 14.09.2008 - 18:10Lourdes/Paris (RPO). Mit einer großen Messe unter freiem Himmel hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag der Marienerscheinungen in Lourdes vor 150 Jahren gedacht. Der südfranzösische Wallfahrtsort solle ein Ort der Begegnung mit Gott und des Dienstes an Kranken, Armen und Leidenden sein, sagte Benedikt XVI. vor 150.000 Menschen.
Erneut rief der Papst Jugendliche zu einem Leben für Christus und zur Bereitschaft für kirchliche Berufe auf. Die Kirche Frankreichs ermutigte er zu neuem missionarischen Geist. Auch in Paris hatte der Papst eine große Messe gefeiert. Dazu waren am Samstag mehr als 250.000 Menschen gekommen.
Eigentlicher Anlass der Papstreise waren die 150-Jahr-Feiern der Marienerscheinungen in Lourdes. In der Kleinstadt am Fuß der Pyrenäen soll 1858 dem damals 14-jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous 18 Mal Maria erschienen sein. Am Samstagabend betete Benedikt XVI. in der Erscheinungsgrotte von Lourdes. Zudem besuchte er zwei weitere Stationen eines Bernadette-Pilgerwegs: die Taufkirche der Heiligen und das Wohnhaus der Familie Soubirous.
Später am Abend beschloss der Papst die traditionelle Lichterprozession vor der Wallfahrtsbasilika. In den Mittelpunkt seiner ersten Ansprache in Lourdes stellte er einen Appell zu Hoffnung und Solidarität. Der Papst erinnerte an unschuldige Opfer von Gewalt und Katastrophen, an Arbeitslose, Kranke, Einsame und Migranten.
Am Samstagvormittag hatte sich das Kirchenoberhaupt mit einem Gottesdienst aus Paris verabschiedet. Vor der Kulisse des Invalidendoms rief er alle Menschen unabhängig von ihren Glaubensrichtungen zum Widerstand gegen moderne Götzen wie Geld- und Besitzgier auf. "Haben nicht Geld, der Durst nach Besitz, Macht und sogar Wissen den Menschen von seiner wahren Bestimmung abgebracht?", fragte Benedikt XVI. Bei jungen Katholiken warb er für eine Entscheidung zum Priester- oder Ordensleben.
Am Freitag hatte Benedikt XVI. den ersten Frankreichbesuch seiner Amtszeit begonnen. In aufsehenerregenden Reden im Elysee-Palast und im "College des Bernardins" forderte er eine Neuinterpretation der Trennung von Kirche Staat und trat für eine stärkere öffentliche Rolle der Religion ein.
Zum Abschluss des viertägigen Besuchs in Frankreich stand am Sonntagnachmittag in Lourdes ein Treffen mit den französischen Bischöfen auf dem Programm. Dabei sollte sich der Papst zu einigen grundsätzlichen Fragen der kirchlichen Lage in Frankreich äußern. Am Montag feiert Benedikt XVI. eine Messe für Kranke, bevor er nach Rom zurückreist.
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