Südafrika: 20-jähriges Gedenken an Freilassung Mandelas
zuletzt aktualisiert: 11.02.2010 - 18:21Paarl/Johannesburg (RPO). Vor 20 Jahren erlangte der legendäre Freiheitskämpfers Nelson Mandela seine Freiheit zurück. Südafrika gedachte des Jahrestags mit einer großen Feier. Mitstreiter Mandelas wie Erzbischof Desmond Tutu würdigten den 91-Jährigen bei einer Zeremonie nahe Kapstadt.
Die Feier fand im früheren Victor-Verster-Gefängnis in Paarl nahe Kapstadt statt, das Mandela am 11. Februar 1990 mit hoch erhobener rechter Faust nach 27 Jahren Haft verlassen hatte.
Die Freilassung Mandelas sei der Tag gewesen, "der den Anfang vom Ende der Demütigung versprach", sagte Tutu. Viel sei seitdem erreicht worden, viel bleibe aber auch noch zu tun. "Wir dürfen die Vergangenheit nicht vergessen", mahnte der Geistliche. Gemeinsam mit anderen prominenten Vertretern des Anti-Apartheid-Kampfs ging Tutu durch die Tore des heute Groot Drakenstein genannten Gefängnisses, in dem Mandela die letzte Zeit seiner insgesamt 27 Gefängnisjahre verbracht hatte.
"Heute ist ein Tag des Feierns", sagte der frühere Kämpfer gegen die Apartheid und Weggefährte Mandelas, Cyril Ramaphosa. "Wir feiern ein Leben, das in den Dienst unseres Volkes gestellt wurde", fügte er hinzu. Bei seiner Freilassung, die Ramaphosa damals miterlebte, sei Mandela "cool und gelassen" gewesen.
Hunderte Menschen versammelten sich vor der Haftanstalt, wo auch eine riesige bronzene Statue Mandela aufgestellt wurde. Immer wieder war in der jubelnden Menge der Ruf "amandla awethu" zu hören, "Macht dem Volke". Zu dem beliebten Freiheitsslogan reckten die Menschen ihre Fäuste in die Luft. Auf den Straßen feierten und sangen viele Südafrikaner, sie schwenkten Fahnen des regierenden ANC und die Nationalflagge.
Das Ereignis wurde mit Sonderbeiträgen in Radio und Fernsehen gewürdigt und war auch das beherrschende Thema in den Zeitungen. "The Times" titelte etwa "Mandela: eine Nation feiert ihren 20.". Die Zeitung "The Star" widmete dem Friedensnobelpreisträger eine Sonderbeilage. Frühere Weggefährten Mandelas traten in Radio- und Fernsehsendungen auf und zollten ihm Respekt.
Mandela selbst wurde am späten Nachmittag zu einem Festakt im Parlament in Kapstadt erwartet, wo Präsident Jacob Zuma eine Rede zur Lage der Nation halten wollte. Für den inzwischen gebrechlichen Mandela sollte es der einzige öffentliche Auftritt an diesem Tag sein.
Die UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay würdigte Mandela dafür, dass er den "Weg der Vergebung und der Demokratie" eingeschlagen habe. Viele Menschen hätten in seiner Lage versucht, sich zu rächen oder wären umgekehrt Rassisten geworden, erklärte Pillay, die selbst aus Südafrika kommt, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Mandela habe eine "große Vision der Freiheit, der Sicherheit und der Versöhnung" gehabt.
Am 2. Februar 1990 hatte der damalige Präsident Frederik de Klerk angekündigt, alle politischen Gefangenen und somit auch Mandela freizulassen, Parteiverbote aufzuheben und die Gesetze der systematischen Rassentrennung abzuschaffen. Für die Einleitung des Endes des Apartheid-Systems wurde de Klerk 1993 gemeinsam mit Mandela mit dem Friedensnobelpreis geehrt.
Ein Jahr später wurde Mandela zum ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas gewählt. Im Juni 1999 gab er das Präsidentenamt an seinen Nachfolger Thabo Mbeki ab. Fortan verschrieb Mandela sich dem Kampf gegen Aids. Er gründete unter anderem eine Stiftung, die kostenlos Medikamente an HIV-Infizierte verteilt.
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